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Foto Mariusz Przybylski - DER STYLEPSYCHIATER
> Mariusz Przybylski

DER STYLEPSYCHIATER

Mariusz Przybylski schickt Männer als Faune und Frauen als Business-Amazonen über den Laufsteg. Zu kämpfen hat der polnische Avantgardedesigner jedoch vor allem: mit den Berlinern.

Interview: Ellen Stickel

uMag: Mariusz, deine Mode hat viele futureske Cyberpunk-Elemente - was steckt dahinter?
Mariusz Przybylski: Ganz einfach: Alle meine Entwürfe basieren auf Mathematik und Geometrie, das liegt mir im Blut. Ich komme aus einer Familie von Mathematikern und bin der einzige, der einen künstlerischen Weg gegangen ist.

uMag: War sicher hart in einer komplett naturwissenschaftlich orientierten Familie Designer zu werden ...
Przybylski: (lacht) Zu Anfang schon, ja. Meine Familie hat zunächst nicht verstanden, was ich da eigentlich tun wollte, aber sie haben mich trotzdem immer unterstützt.

uMag: In Polen bist du schon sehr bekannt, in Deutschland fängst du gerade erst an. Schwer?
Przybylski: Sicher, aber es ist ja logisch, dass ich hier nicht sofort von Null auf Hundert einsteige. Das wäre zwar toll, aber in Polen habe ich auch sechs Jahre hart gearbeitet, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Nach der ersten Show in Berlin bekam ich viele positive Rückmeldungen und Anfragen von Schauspielern. Außerdem haben wir die Sängerin von Frida Gold für ein Video mit einem langen schwarzen Kleid aus Haaren ausgestattet. Wirklich schwierig ist es aber, meine Designs hier zu verkaufen. In den Concept Stores in Berlin drängen sich die Designer, es ist sehr schwer, da reinzukommen. So hart hätte ich mir das ehrlich gesagt nicht vorgestellt.

uMag: Du hast mal gesagt, dass du Psychiater geworden wärst, wenn es als Designer nicht geklappt hätte ...
Przybylski: Ja, mich interessieren die menschlichen Emotionen und Gedanken, ich lese sehr viel darüber. Schließlich hat Mode auch jede Menge mit Psychologie zu tun, denn als erstes musst du dir ja die Frage beantworten, wer dein Kunde ist.

uMag: ... und was er am liebsten kauft.
Przybylski: (lacht) Ja, aber das ist eigentlich leicht. Dann dürfte ich nämlich nur schwarze Sachen verkaufen.

www.mariuszprzybylski.com