ICH, WER?
Dirk Kurbjuweit zeigt in "Angst", wie äußere Umstände das Innenleben eines Menschen ins Wanken bringen können.
Von Lasse Nehren
Mit seinem sechsten Roman "Angst" hat Dirk Kurbjuweit ein düsteres Werk vorgelegt. Der Journalist und Autor konfrontiert seinen Protagonisten mit einer ganz speziellen Art von Monster: seiner eigenen Psyche. Mit eindrucksvoller Genauigkeit beschreibt er, wie ein Mensch mit Angst um seine Familie sich verändert, wenn er sich ohnmächtig wähnt - ohnmächtig im Versuch, seine Lieben mit den Mitteln zu schützen, die er seit jeher als duldbar und richtig definiert hat. Wie er einer wird, der handeln will und nicht weiß, wie; ein Mensch, der seine eigenen Gedanken und Handlungsschritte hinterfragen und interpretieren muss. Denn seine steigende Verzweiflung erschwert eine Abgrenzung zusehends: Wo hört der auf, der er bislang war, und wo beginnt das panische Gefühl von Alternativlosigkeit?





