Die zwei Leben des Doktoranden Daniel (Nikolai Kinski) spielen in Marokko und einer deutschen Unistadt, und beider Personal spiegelt sich verzerrt ineinander. Der Antiquitätenhändler in Tanger scheint eine abgründige Neigung mit Daniels Nachbarn in Deutschland zu teilen, und den tödlich verunglückten Sohn seiner marokkanischen Geliebten entdeckt Daniel in einem Jungen hierzulande wieder. Zudem verhalten sich die Nachbarn seltsam ... Regisseur Michael Dreher möchte, dass wir Symbole interpretieren - und uns zugleich verdeutlichen, wie wenig wir der Wahrheit damit näher kommen. Sein Film ist ein etwas bedeutungshuberischer Thriller mit Mimen (Katharina Schüttler, Matthias Matschke), deren Art, das Verbergen der Gefühle überdeutlich vorzuspielen, Dreher gerne hätte bremsen dürfen. Doch wie er Irritationen inszeniert, sinfonische Kakophonie mit Bildtableaus verzahnt und die verschachtelte Spiegelhandlung in einen Kompensationsmord münden lässt: Das ist vor allem atmosphärisch auf hohem Niveau.
"Die zwei Leben des Daniel Shore" startet am 11. Februar.
08.02.2010







