Eigentlich hätte es für Yeasayer schon vor zwei Jahren klappen müssen: Auf ihrem Debüt "All Hour Cymbals" experimentierten sie jenseits aller Genregrenzen und brachten Indiepop mit Gospel, Afrobeats, Psychedelia und Tribalem zusammen. Doch über die Anerkennung einiger Auskenner kam das Brooklyner Quartett nicht hinaus - weil die Welt ihre New Yorker Kollegen Vampire Weekend bejubelte. "Bands, die einen ganz speziellen Sound haben, sollten auf keinen Fall schon mit der ersten Platte erfolgreich sein", winkt Chris Keating da nur grinsend ab. "Egal, ob Coldplay oder die Strokes, wenn sich großer Erwartungsdruck aufbaut, wird das zweite Album immer Scheiße." Natürlich leckt der Yeasayer-Sänger mit dem Kollegendiss vor allem die eigenen Wunden. Aber dafür konnten sie ganz entspannt den Pop entdecken und mit "Odd Blood" ein großartiges zweites Album aufnehmen. Zwar ist ihr Innovationsdrang nach wie vor ungebremst - nur stellen sie die geniale Experimentiererei jetzt ganz in den Dienst der großen Eingängigkeit und klingen bei der Single "Ampling Alp" wie Justin Timberlake in intelligent. Keating sollte sich besser schon mal Gedanken machen, wie sie beim dritten Album mit dem Erfolgsdruck klarkommen wollen. Doch bevor sie sich wieder im Studio verbarrikadieren, kommen Yeasayer erst mal für drei Konzerte nach Deutschland.
09.03.2010 Hamburg Knust
10.03.2010 Berlin Postbahnhof
11.03.2010 München 59to1
08.03.2010









