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Donnerstag 09 | 09 | 2010





Foto digiom - FREUNDSCHAFTSDIENSTE
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FREUNDSCHAFTSDIENSTE

Digiom, warum verbringst du soviel Zeit mit Social Networking?

Interview: Kathrin Kaufmann


Name Jana Herwig
Ort Vienna
Web www.twitter.com/digiom, digiom.wordpress.com
Biografie A German | In Austria | It's likely that I'll stay (if they let me) | PhD Student | Blogger | Social Media Something
Follower 1 526
Tweets 11 883

uMag: Jana, was ist deine Motivation, so viel Zeit mit Social Networking zu verbringen?
digiom: Gegenfrage: Was motiviert dich dazu, mit anderen zu telefonieren? Warum liest du Bücher? Eine Motivation - abgesehen von einer gewissen Neugierde, welche Erfahrungen durch welche Dienste möglich werden - gibt es so nicht. Eine Rolle hat aber sicherlich gespielt, dass ich mehrfach umgezogen bin. Wenn man Kontakte über Email, Blogs und Twitter halten kann, kann man diese eher wieder reaktivieren.

uMag: Verpasst man etwas, wenn man nicht Teil des Ganzen ist?
digiom: Ob man etwas verpasst oder nicht, ist ja kein objektiver, für alle gleicher Sachverhalt. Ich interessiere mich zum Beispiel nicht für Golf - passionierte Golfspielerinnen könnten der Ansicht sein, da verpasse ich etwas. Aber generell gelten soziale Nachrichten - früher: Was passiert im Dorf; heute: Was passiert in meinem Netzwerk - als minderwertig gegenüber "harten" Nachrichten, was wohl nicht unwesentlich damit zu tun hat, dass erstere vor allem als Domäne der Frauen galten. Dank Social Media haben wir Klatsch für alle - das ist doch schön!

uMag: Soziale Netzwerke verstärken alles, was in sie eingespeist wird - so werden Fehler tausendfach weitergetragen.
digiom: Wer glaubt heute noch, dass Spinat viel Eisen enthält? Diese Annahme war wohl das Ergebnis eines Kommafehlers. Soziale Netzwerke hat es auch vor Facebook & Co. gegeben, Fehler wurden schon in früheren Zeiten reproduziert. Eine kritische Haltung gegenüber dem - medial oder sozial - Vermittelten ist heute wie damals notwendig.

uMag: Aber wo siehst du Problemfelder von webbasierten Netzwerken?
digiom: Zu den Herausforderungen gehört es, die Abgrenzung von öffentlich/privat, beruflich/persönlich neu zu verhandeln und zu lernen, wie man diese Abgrenzung den eigenen Wünschen und Bedürfnissen entsprechend gestalten kann.

uMag: Was hältst du von Angeboten wie ausgestiegen.com?
digiom: Man wird nicht "Herr über seine Online-Identität" (deren Wortwahl), indem man auf einem kollektiven Microblog verkünden lässt, dass man 'ausgestiegen' sei bei Facebook, XING und Co.

digioms Ausführungen zu Schwarmintelligenz und dem Potenzial von Social Media: www.formspring.me/digiom

Eine kritische Auseinandersetzung mit möglichen Konsequenzen des Social Networking findet ihr im Artikel "Freundschaftsdienste" von Juliane Rusch.




15.02.2010






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