PELZVIEH
Weil für die durchgeknallten Indierocker von Menomena endlich der langverdiente Erfolg ansteht, muss Danny Seim zum Hasenbären mutieren.
Interview: Carsten Schrader
uMag: Danny, bist du dir sicher, dass du bei Menomena noch als Bandmitglied geführt wirst?
Danny Seim: Äh, ja, eigentlich schon. Wieso fragst du? Hat etwa jemand unsere Wikipedia-Seite frisiert und mich ausradiert?
uMag: Auf einem aktuellen Bandfoto fehlst du. Stattdessen ist neben Brent Knopf und Justin Harris ein merkwürdiger Hasenbär zu sehen.
Seim: Darunter stecke doch ich! Die Jungs haben mich überredet, dieses Pelzvieh über den Kopf zu ziehen, als wir unser Bandjubiläum gefeiert haben. Sie hatten ganz fadenscheinige Begründungen: Es wäre wie Ostern und Weihnachten an einem Tag, dass wir es bis zum Zehnjährigen geschafft haben. Ich habe mich von den Geschenken ködern lassen - und dann waren es nur Attrappen ohne Inhalt.
uMag: Vielleicht wollten sie sich auch an dir rächen, weil du am fantastischen neuen Album "Mines" den größten kreativen Anteil hattest ...
Seim: Wir haben dreieinhalb Jahre an der Platte gesessen. Glaub mir, sie hätten mir schon vorher das Leben zur Hölle gemacht, wenn ihnen das wirklich nicht gepasst hätte. Die üblichen Kämpfe hat es natürlich schon gegeben, aber das ist ja auch unumgänglich und gut, wenn drei Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalisten zusammenkommen.
uMag: Noch immer habt ihr pro Song mehr Ideen als die meisten anderen Bands auf einem ganzen Album. Gleichzeitig gibt es auf "Mines" aber auch so viele eingängige Popmomente wie nie zuvor bei Menomena. Seid ihr es leid, eine Kritikerband zu sein?
Seim: Ursprünglich haben wir die Band nur gegründet, um nicht planlos abzuhängen. Da finde ich es schon gar nicht so schlecht, dass wir es zur Kritikerband geschafft haben. Aber ich werde natürlich niemanden davon abhalten, unsere Platte zu kaufen, wenn sie Ende Juli erscheint. Wir haben keine Angst vor der großen, bösen Musikindustrie. Schlimmstenfalls werden wir dann langweilig. Aber dann habe ich immerhin noch das Pelzvieh.
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