Foto Im Bett mit ... - AMANDA PALMER
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AMANDA PALMER

Amanda Palmer hat gute Gründe, warum sie Radiohead-Songs auf der Ukulele covert: Die Dresden-Dolls-Sängerin feiert ihre Unabhängigkeit von der Musikindustrie.

Interview: Carsten Schrader

uMag: Amanda, erinnerst du dich noch, wann du dich in deine Ukulele verliebt hast?
Amanda Palmer: Oft entstehen wirklich wichtige Beziehungen aus einem Witz: Mein wahres Baby ist eine Ukulele, die mich 19 Dollar gekostet hat. Damals hatte ich sie gekauft, weil ich bei einem Benefizkonzert in Boston auftreten sollte. Ich fand die Vorstellung lustig, mich auf einen Bartresen zu stellen und auf der Ukulele "Creep" von Radiohead zu spielen. Also habe ich die Akkorde im Internet gesucht und einen ganzen Tag geübt. Eigentlich wollte ich das nur dieses eine mal machen, aber danach fand ich es noch immer lustig. Und mittlerweile habe ich auch eine neue Ukulele geschenkt bekommen.

uMag: Es heißt, wem Gitarre zu schwer ist, der sollte Ukulele spielen. Ist das Instrument wirklich so leicht zu lernen?
Palmer: Meine Ukulele hat zwar zwei Saiten mehr, aber schon wenn man an einer ganz bestimmten Stelle drückt, klingt sie wie ein Instrument. Vermutlich ist es das anspruchsloseste Saiteninstrument der Welt.

uMag: Warum veröffentlichst du jetzt im Internet ein Album, auf dem du ausschließlich Songs von Radiohead auf der Ukulele coverst? Willst du beweisen, dass die Songs dieser so angesehenen Band eigentlich ganz simpel sind?
Palmer: Die meisten Radiohead-Songs sind schon verdammt anspruchsvoll, aber lustigerweise bestehen ihre Hitsongs oft nur aus drei oder vier verschiedenen Akkorden. Die Idee mit der Platte hatte ich, weil ich "Creep" mittlerweile bei jedem Konzert spiele. Das funktioniert gerade als Song zum Mitsingen unglaublich gut. Dann habe ich "Fake Plastic Trees" ausprobiert, und das ging auch leicht. Da hatte ich schon zwei Songs, und ich habe mir gesagt, wenn ich noch drei weitere finde, bringe ich es bereits auf eine EP. Für mich hat dieses Album auch eine symbolische Bedeutung: Mit ihm feiere ich die Freiheit, meine Emanzipation von der Plattenfirma. Seit fast zwei Jahren versuche ich aus meinem Vertag rauszukommen - und jetzt habe ich es endlich geschafft. Ich wollte nicht erst in zwei Jahren mein nächstes Soloalbum veröffentlichen. Zwischendurch sollte etwas erscheinen, was nicht ganz so ernst gemeint ist. Es soll kein großangelegtes künstlerisches Statement von mir sein. Ich muss die Plattenfirma nicht davon überzeugen, ich kann es einfach ins Internet stellen und es für alle zugänglich machen.

uMag: Dann hast du dich auch deswegen für Radiohead-Songs entschieden, weil du einen ähnlichen Vertriebsweg wählst wie sie damals bei "In Rainbows"?
Palmer: Genau, auch bei mir kann jeder entscheiden, was er zahlen möchte. Allerdings muss ich eine kleine Grundgebühr verlangen, da ich ja auch einen kleinen Betrag an Radiohead zahle. Aber viel wichtiger als die ähnliche Finanzierungsstrategie ist natürlich die Tatsache, dass ich ein ganz großer Fan dieser Band bin.

"Oft entstehen wirklich wichtige Beziehungen aus einem Witz: Mein wahres Baby ist eine Ukulele, die mich $ 19 gekostet hat."



Weitere Fotos des Shootings gibt es auf www.katrinb.com