KEINE STINKNORMALE ROCKBAND
Als Corinna Repp und Joe Haege aus Portland das Quartett Tu Fawning gründeten, wollten sie vor allem eines: erfinderisch sein.
Interview: Kathrin Kaufmann Mitarbeit: Beatrice Brüggen
uMag: Joe, Corinna, ihr bezeichnet den Stil eures Debüts als Antique-Dance-Tribal-Gospel. Wollt ihr damit auf die Absurdität von Genres anspielen oder ernsthaft eure Musik beschreiben?
Joe Haege: Ein bisschen von beidem. Genres waren schon immer absurd, und ich habe ehrlich keine verdammte Ahnung, wie ich meine Musik beschreiben soll. Aber die Bezeichnungen sind insofern ernst gemeint, als dass wir sie von Anfang an im Kopf hatten, als es darum ging, die Platte zu machen.
uMag: Ihr benutzt auf "Hearts on Hold" sehr viele Instrumente. Braucht ihr eine Mindestanzahl für euren Stil?
Corinna Repp: Das ergibt sich, weil alle vier Bandmitglieder mehrere Instrumente spielen. Und jeder will sich einbringen.
Haege: Die genaue Anzahl der Instrumente ist uns egal. Wir wollen nur einfach nicht wie eine stinknormale Rockband klingen.
uMag: Davor bewahrt euch allein schon euer starker Fokus auf Perkussion. Dass ihr die Drumparts zuerst schreibt, ist auch ungewöhnlich.
Haege: Ich stehe auf erfinderisches Songwriting. Es gibt schon zu viele gewöhnliche Songs, und Corinna und ich fanden es weitaus aufregender, einen bestimmten Beat zu finden, als ein Gitarrenriff zu schreiben.
uMag: Zudem wechselt ihr beim Spielen ständig eure Instrumente. Auch ein Weg, langweile Perfektion zu vermeiden?
Haege: Definitiv. Das ist etwas, was ich an der so genannten Punkrock-Herangehensweise so schätze: Du kannst eine Soundvision verfolgen, ohne dich an bestimmte Regeln halten oder eine bestimmte Spielfertigkeit erlangen zu müssen.
uMag: Musik weckt meistens Emotionen. Bei euch werden diese vom Sound fast überlagert, oder?
Haege: Ja. Wir wollten kein emotionales Album machen, sondern eines, bei dem der Sound die treibende Kraft ist. Was wir versucht haben, ist eine eigene Welt zu erzeugen, kein bestimmtes Gefühl.
"Hearts on Hold" erscheint am 7. 1.





