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Foto Rabea Edel - DIE FORMWANDLERIN
Foto: © Jens Oellermann
> Rabea Edel

DIE FORMWANDLERIN

Rabea Edel (28) erzählt in "Ein dunkler Moment" die Geschichte zweier Morde mithilfe von Postkarten und durchgestrichenen Tagebuchpassagen. Doch ihre Radikalität hat Grenzen ...

Interview: Mark Heywinkel

uMag: Rabea, hattest du irgendwann keine Lust mehr auf Fließtext und hast deshalb mit Postkarten weitergearbeitet?
Rabea Edel: Die Postkartentexte waren von Anfang an da. Es waren sogar mal viel mehr. Für die Recherche hatte ich Ordner mit Material, und habe geguckt, wie viel ich davon sinnvoll einbauen kann. Es sind dann zwar nur ein paar davon übrig geblieben, ich finde so eine Haltung gegenüber Texten aber gut, dass man einfach mal ausprobiert, wie was funktioniert. Wenn ich Bücher lese, habe ich so eine Unterbrechung im Lesefluss selbst auch ganz gerne.

uMag: Aber nicht viele Autoren nutzen die Möglichkeit, ihren Text mit Durchstreichen oder Aufteilen aufzubrechen und dynamischer zu gestalten. Ist das nicht schade?
Edel: Es kommt natürlich immer auf das einzelne Buch an, ob solche Elemente das große Ganze tragen. Aber generell finde ich, dass man in einem Text ruhig radikaler vorgehen kann. Eine solche Radikalität gab's mal in der Phase der Popliteratur, danach ist man dann wieder zurückgegangen zum klassischen Erzählen, was auch ganz wichtig ist. Eine Mischung aus beidem wäre ganz interessant. Da versuche ich mich gerade dran.

uMag: Würdest du in deinem nächsten Roman auch mit Herzsymbolen arbeiten, wie sie gerade im Netz in sind?
Edel: Oh nein, keine Herzen und Smileys! (lacht) Aber vielleicht lieber E-Mails anstatt Postkarten. Es kommt ja auch immer darauf an, wann die Geschichte spielt und ob das Sinn ergibt. Aber auf Icons steh ich nicht so.