IMMER UNBEFRIEDIGT
Was macht man als Theaterfan, wenn die wirklich spannenden Aufführungen immer dort laufen, wo man gerade nicht ist?
Von Falk Schreiber
Als Theaterfan ist man immer am falschen Ort. Ich als Hamburger zum Beispiel würde gerne im Oktober nach München, wo Martin Kusej das Residenztheater mit Schnitzlers "Das weite Land" rockt. Der Münchner hingegen wäre viel lieber in Köln, schauen, wie Karin Beier die doppelte Jelinek-Uraufführung "Demokratie in Abendstunden" und "Kein Licht" wuppt. Die Kölner aber wissen gar nicht, was sie an Beier haben, die wollen lieber nach Berlin, zu Kafkas "Schloss" im Deutschen Theater. Und die Berliner sehnen sich ins Hamburger Thalia, wo Nicolas Stemann in acht Stunden den gesamten "Faust" durchhechelt, ächz. Und alle sind sie unbefriedigt. Immerhin, seit vier Jahren bringen Anne Verena Freybott, Heike Pelchen und Georg Scharegg das gesamtdeutsche Theaterprogramm auf die Bühne des Theaterdiscounters Berlin und nennen dit janze "Spielplan Deutschland", da ist zumindest die Hauptstadt halbwegs up to date. Aber der Rest? Wird ab November betourt, unter anderem geht's nach Frankfurt, Hamburg und Leipzig.
www.spielplandeutschland.de




