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Am 23. Februar gibt es das neue uMag am Kiosk.
Foto Jennie Abrahamson - HEARTCORE
Foto: Cargo
> Jennie Abrahamson

HEARTCORE

Jennie Abrahamson klingt auf ihrem dritten Album "The Sound of your beating Heart" gewohnt süß, sogar poppiger denn je - und versteckt damit geschickt ihre politische Ader.

Interview: Kathrin Kaufmann

uMag: Jennie, du hast dein eigenes Label, es heißt "How sweet the Sound" - der Name passt ja gut zu deinem sehr süßen 80er-Jahre-Pop ...
Jennie Abrahamson: Ich habe einfach eine sehr hohe Stimme, fast asiatisch. Es war besser, das zu akzeptieren und eine Stärke daraus zu machen, als krampfhaft erwachsener klingen zu wollen.

uMag: Der Sound passt auch zum Thema: Du schreibst viele Liebeslieder.
Abrahamson: Ja. Aber ich erzähle oft Geschichten von anderen Leuten. Manchmal ist mein Leben einfach nicht so interessant. Ich bin seit 14 Jahren mit demselben Mann zusammen. Natürlich gibt es, wie in jeder Beziehung, viele Hochs und Tiefs - und damit dann doch wieder einigen Stoff für Songs.

uMag: Du kommst aus Umea, einer Hochburg für Hardcorebands ...
Abrahamson: Ich hab nie in einer gespielt, aber ich war mit der bekanntesten Band befreundet. Zu der Zeit habe ich nur Militaryhosen und Doc Martens getragen. Mein Vater ist vor Freude fast gestorben, als ich zum ersten Mal in High Heels heim kam. Ich war ein richtiges Straight-X-Kid ...

uMag: Was ist aus dieser Zeit geblieben?
Abrahamson: Mein Engagement für Dinge wie Umweltprobleme, fairen Handel, Tierschutz und Menschrechte.

uMag: Und trotzdem willst du das Politische aus deiner Musik heraushalten?
Abrahamson: Nicht unbedingt, aber es müsste sich natürlich anfühlen. Grundsätzlich halte ich Popmusik jedenfalls für einen sehr effektiven Weg, um die Gesellschaft zu verändern.

uMag: Ist das wirklich noch so?
Abrahamson: Klar ist es nicht mehr so wie in den 70ern. Aber der Song "Wear it like a Crown" von einer Freundin hat kürzlich einen jungen Homosexuellen aus dem Nahen Osten dazu bewogen, sich zu outen. Er kam auf einem Festival auf sie zu, und es war schön, das mitzuerleben.