... JANUSZ KOCAJ?
Bevor er an die Berliner Schauspielschule Ernst Busch wechselte, war Janusz Kocaj (22) an der Dresdner Lesebühne Sax Royal aktiv. Er zählt zu den Shootingstars des deutschen Films und ist zurzeit in "Teenage Angst" zu sehen.
Interview: Carsten Schrader
Foto: © Salzgeber
Ich lese gerade "Der Besen im System" von David Foster Wallace. Das Buch ist echt dick, es hat über 600 Seiten, und ich bin erst auf Seite 90. Aber schon jetzt liest sich das sehr spannend. Es geht um einen Verlagschef, der die ganze Zeit Geschichten geschickt bekommt, und er muss entscheiden, welche Texte er einkauft. Das große Problem des Verlagschefs ist, dass er das mit dem Sex nicht so gut kann, und so kommt er abends immer nach Hause und erzählt seiner Freundin die Geschichten, die über den Tag bei ihm eingelaufen sind. David Foster Wallace schafft sein eigenes Universum, alles ist durcheinandergemischt: tolle Beschreibungen, viele Personen und viele witzige Begebenheiten.
[*U_mag*]: Hast du ein Lieblingsbuch, das deiner Meinung nach jeder gelesen haben sollte?
[*Kocaj*]: "Schuld und Sühne" von Dostojewski. Etwas Bewegenderes habe ich noch nicht gelesen. Das ist eine ganz große Geschichte, in der unglaublich starke Gedanken stecken. Für mich gibt es da einen Schlüsselsatz: "Niemand kann in den Kopf eines anderen Menschen reingucken." Man denkt immer, man könnte das, etwa wenn man einen Menschen liebt. Ich persönlich als Schauspieler muss Lust an der Behauptung haben, muss mir selbst und meiner Fantasie glauben und sie voll vertreten und vermitteln können. Dann bin ich ein Schauspieler.


