Foto: Romée Braeckman
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GESTATTEN: COELY

Wer diesen Sommer beim Splash!, dem Appletree oder auf dem Dockville war, wird es der 20-jährigen Belgierin ziemlich sicher schon gegeben haben: a soulful YEAH!

Von Carsten Schrader

Sie kommt wie beiläufig in Jeans und T-Shirt auf die Bühne, doch dann covert sie "A Woman's Worth" von Alicia Keys a cappella - und kein einziger Festivalbesucher denkt mehr darüber nach, ob er noch mal eben schnell beim Bierstand vorbeischauen sollte. Was auch besser ist, denn wenn Coely erst ihre eigenen Songs abfeuert und zu clubbigen Beats zwischen atemlosen Raps und souligem Gesang pendelt, braucht man zwei freie Hände, um die Arme in die Luft reißen zu können. Gar nicht auszudenken, wie das noch weitergeht, denn die Belgierin befindet sich gerade mal in ihrer zweiten Spielzeit: Mit 17 wurde sie in einem Antwerpener Jugendzentrum entdeckt, das kleine Label Beatville nahm sie sofort unter Vertrag, und die erste Single "Ain't chasing Pavements" machte trotz einer gewissen Punkattitüde auch im belgischen Radio die Runde. Doch zunächst musste sich Coely um ihren Schulabschluss kümmern, und als sie den im Sommer 2013 in der Tasche hatte, startete sie nur einen Tag später in ihre erste Festivalsaison. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Lediglich mit der EP "RAAH - The soulful Yeah" im Rücken kommt sie auf Supportjobs für Kanye West, Kendrick Lamar, Jessie Ware, Nas und Mos Def. Coelys wichtigste Erkenntnis hat aber mit den ganzen Superstars gar nichts zu tun: "Ich bin jetzt entspannter und lasse mich von niemanden mehr hetzen", sagt sie. "Nach dem ersten Jahr war ich wochenlang krank, und wenn ich meinen aktuellen Tourplan mit dem von 2013 vergleiche, kann ich gar nicht glauben, dass ich damals nicht komplett zusammengebrochen bin. Ich bin viel besser, wenn ich zwischendurch auch mal runterkommen kann, und deswegen veröffentliche ich auch erst dann ein Album, wenn es sich hundertprozentig richtig anfühlt." Außer der Single "No Tomorrow" dürfen wir zunächst also nicht viel Neues von Coely erwarten. Aber wir legen schon mal die Watchlist für 2015 an und schreiben ihr Debütalbum ganz nach oben.