AM ENDE GEWINNEN DIE TROLLE
#michaelschock #gamergate #mussdasein #achverdammt
Ich wollte es eigentlich gar nicht ansprechen - schon im Mai 2013 schrieb ich ja an dieser Stelle über das Thema Feminismus und Frauen in der Spielewelt. Doch dann kam "Gamergate" und wurde zur größten Diskussion des Jahres: Leser warfen Spielejournalisten Bestechlichkeit vor, die Wut entlud sich hauptsächlich an weiblichen Protagonisten, was feministische Medienkritiker auf den Plan rief, die wiederum von Trollen attackiert und bedroht wurden. Wird dieser Eklat für ein gestärktes Frauenbild in der Spieleszene sorgen oder Verantwortliche zum Nachdenken bringen? Nein: Er zeigt nur, dass trotz wachsender kultureller Relevanz und Aufmerksamkeit für Videospiele immer noch über Gamerinnen und Gamer milde gelächelt wird. Dabei passiert in Spielen das gleiche großartige Storytelling wie in Filmen. Ich glaube an keine Revolutionen durch Aufschreie - gesellschaftliche Entwicklungen brauchen Zeit und lassen sich nicht erzwingen. Nachhaltige Veränderung wird nicht eintreten, solange das Selbstbewusstsein nicht wächst - und zwar nicht das der Opfer, sondern das der Täter, denn jede Diffamierung anderer ist ein Zeichen eigener Unsicherheit und Identitätslosigkeit. Kauft nicht, was ihr anstößig findet. Hinterfragt das Bild, das ein Kunstwerk befeuert. Äußert diese Meinung, aber zivilisiert und offen für Diskussion, zum Beispiel auf der fünften Next Level Conference am 4. und 5. 12. im Dortmunder U. Im Anschluss zeigt der Hartware MedienKunstVerein bis 11. 1. Projekte und Dokumentationen aus dem Themenfeld Serious Games.








