Foto: Ben Wolf
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GUT INSZENIERT

Wer braucht schon Barbie und Ken, wenn wir Glasperlenspiel haben?

Von Samanta Hoffmann

Irgendwie ist es ironisch, dass der erste große Hit vom Elektropopduo Glasperlenspiel "Echt" (2011) heißt. Während sich nämlich immer mehr Künstler ohne Make-up ablichten lassen, um damit ein Ideal der natürlichen Schönheit zu fördern, setzen Carolin Niemczyk (24) und Daniel Grunenberg (26) auf das Gegenkonzept: eine Perfektion à la Barbie und Ken. Dass sie wirken, als hätte man sie aus dem neusten H&M-Lookbook; in die Wirklichkeit gebeamt, ist ein bewusstes Stilmittel der beiden: "Ich glaube, dass es als Künstler dazugehört zu inszenieren", sagt Grunenberg. "Es gibt viele Beispiele an erfolgreichen Bands, die einen gewissen Look über ein ganzes Album hinweg inszenieren." Stimmt, zum Beispiel Milli Vanilli ... Im Gegensatz zu solch peinlichen Vorstellungen möchten sich Glasperlenspiel aber nur visuell ihrem eigenen Sound anpassen. "Ich mache mir immer wieder Gedanken darüber, wie man Bilder und Musik miteinander verbinden kann", erläutert Grunenberg. "Und elektronische Musik ist ja auch generell sehr glatt!" Glatt ist der neue Look der beiden auch. Sehr sogar.