TYPISCH (UN)BRITISCH
Als Musiker kommt man viel herum. James Yuill ist das gar nicht recht.
Interview: Katharina Behrendsen
uMag: James, was ist britisch an dir? Deine musikalische Mischung aus Folk und Elektro ist es ja nicht unbedingt.
James Yuill: Na ja, zuerst ist da mal mein Name: Yuill. Der ist zwar ungewöhnlich, ist aber schottisch.
uMag: Das ist es?
Yuill: Da wäre natürlich noch die Sache mit der Selbstzerfleischung. Ich bin schüchtern und mache mir ständig Sorgen. Das macht mich ziemlich britisch.
uMag: Worüber machst du dir denn Sorgen?
Yuill: Heute habe ich mir zum Beispiel Sorgen darüber gemacht, dass ich mich fürs Fotoshooting auf der Toilette in meinen Anzug zwängen musste. Das habe ich zum Glück jetzt hinter mir. Das nächste Problem, was mich beschäftigt: Ich muss zu Auftritten nach Finnland reisen. Packen macht mich immer wahnsinnig nervös, vor allem deswegen, weil ich alles, was irgendwie von Wert ist, in einen Koffer packen muss.
Umag: Da dir vor dem letzten Album dein komplettes Material geklaut wurde und du mit den Aufnahmen noch mal von vorne anfangen musstest, ist diese Sorge ja sogar verständlich ...
Yuill: Oh ja. Heute habe ich immer drei oder vier Back-ups - aber Reisen finde ich trotzdem einfach unangenehm.
uMag: Seltsam, dass du dir mehr Sorgen um dein Gepäck machst als darüber, ob dein neuerdings viel elektronischerer Sound ankommen wird.
Yuill: Das ist ein ja ganz anderes Level von Besorgnis! Das geht so tief ... wenn ich ständig daran denken würde, würde ich auf der Stelle durchdrehen.





