Contemporary Music

Bette Smith: Soul, so heiß wie ein Vulkan!

Ein Vulkan, eine Kettensäge in Honig getaucht … Bette Smiths fantastische Stimme und ihr Debütalbum „Jetlagger“ bringen Soulfans zum Schwärmen – und den Club zum Kochen.

Verena Reygers: Bette, du hast just dein Debütalbum „Jetlagger“ veröffentlicht, obwohl du bereits seit Jahren musikalisch aktiv bist. Warst du deshalb eher nervös, oder hast du dich als alter Hase entspannt zurückgelehnt?

Bette Smith: Nervös war ich eigentlich nicht, bloß sehr aufgeregt. „Jetlagger“ ist mein erstes richtiges Album, keine Single oder EP. Es ist das erste Mal gewesen, dass ich mit so hochkarätigen Musikern zusammenarbeiten durfte. Was da in diesem Studio in Mississippi zwischen uns passiert ist, war von Anfang an magisch, und ich bin sehr stolz auf das Ergebnis.

Verena Reygers: Es gibt auch keinen Grund, nervös zu sein: Mojo Magazine hat dir vier Sterne gegeben, und Billboard hat die Platte ein Stück dampfenden Soul genannt, der einen von den Socken haut.

Bette Smith: Yeah! Ich liebe, was im britischen Record Collector Magazine stand: „… eine Soulsängerin alten Stils mit einer Stimme wie ein Vulkan, die klingt als habe man eine Kettensäge in Honig und Melasse getunkt.“

Verena Reygers: Und wie haust du die Menschen live von den Socken?

Bette Smith: So schnell wie möglich! Ich versuche stets, die Distanz zwischen mir als Performerin und dem Publikum aufzuheben. Je früher mir das gelingt, desto besser.

Verena Reygers: Du hast es eben erwähnt: „Jetlagger“ ist in Mississippi entstanden. Du aber stammst aus New York. Was hat dich bei deinem Trip in den Süden am meisten beeindruckt?

Bette Smith: Ich mag es, warmherzige und freundliche Menschen an jedem Ort der Welt zu treffen. Und ich glaube daran, dass Musik eine großartige Möglichkeit ist, Menschen zusammenzubringen. Was den Süden betrifft, ist das nicht schwer: Die haben irgendwas im Grundwasser, das die Menschen so aufgeschlossen sein lässt. (lacht)

Verena Reygers: Außerdem verfügst du über eine enorme Power. In deinem Song „Manchild“ singst du: „I don’t want nobody telling me what to do.“ Woher nimmst du diese Stärke und das Selbstvertrauen?

Bette Smith: So bin ich einfach erzogen worden – Gold läutert man im Feuer, oder? Mein Vater hat mir beigebracht, rücksichtsvoll, aber auch taff zu sein. Um sich gegen andere durchzusetzen, braucht es außerdem Zeit und Geduld: „Kill’ em with kindness“ – auch das hat mein Vater mich gelehrt.

Bette Smith „Jetlagger“ ist erschienen.

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