Contemporary Music

Franz Ferdinand: Tee und geile Ideen

Musikalisch rücken Franz Ferdinand mit dem neuen Album „Always ascending“ an Elektro und Dance ran – privat ist Alex Kapranos aber lieber ein fauler Sack.

Steffen Rüth: Alex, wie hast du dich auf die Arbeit am neuen Album von Franz Ferdinand eingestimmt?

Alex Kapranos: Ganz wichtig für meine Konzentration ist: eine Kanne Tee am Tag. Mein Lieblingstee heißt „White silver Needle“, er schmeckt auch dann ein bisschen milchig, wenn man keine Milch reintut, und er kommt aus Taiwan. Für Reisen und Tourneen besitze ich sogar zwei Teekocher: einen mit europäischem und einen mit amerikanischem Stecker. Ich trinke drei Liter am Tag, aber keinen Kaffee.

Steffen Rüth: Gibt es noch mehr Geheimnisse?

Alex Kapranos: Lange Spaziergänge mit intensiven Unterhaltungen. So bin ich unserem neuen Keyboarder Justin Corrie und dem Gitarristen Dino Bardot näher gekommen. Am ausgiebigsten sind wir durch Paris spaziert, eine Stadt, in der man sich wunderbar verlaufen kann – zumindest, wenn man sein Handy mal daheim lässt. Wir haben unser Album ja in Paris aufgenommen, mit dem großartigen und maximal exzentrischen Franzosen Philipp Zdar, der auch schon mit Phoenix und den Beastie Boys gearbeitet hat.

Steffen Rüth: Wie sehr vermisst du deinen Exkollegen Nick McCarthy bei Franz Ferdinand, der sich mit seiner Familie in Bayern niedergelassen hat und nicht mehr so viel reisen will?

Alex Kapranos: Wir sind nach wie vor Freunde. Nick hat andere Prioritäten, aber die Tür ist nicht zu. Im Gegensatz zu ihm wollte ich mit der Band weitermachen. Da ist noch Potenzial, das ausgeschöpft werden will.

Steffen Rüth: Die neuen Songs sind elektronischer und weniger Indiepoprock als früher. Sollte das so?

Alex Kapranos: Ja, unbedingt. Wir wollten die Rohheit von Popmusik mit allem verbinden, was Dance Music aufregend macht. Trotzdem ist es nicht Dance, im Zentrum stehen eindeutig die Songs.

Steffen Rüth: Einer davon heißt „Lazy Boy“. Bist Du ein fauler Sack?

Alex Kapranos: Na ja, ich habe meine Phasen. „Lazy Boy“ schrieb ich, als ich bei meiner Freundin im Bett lag und überhaupt keinen Nerv hatte aufzustehen. Ich mag solche Tage. Wenn ich nicht gestresst bin, arbeitet mein Gehirn auch besser. Im Bett habe ich die geilsten Ideen.

Das Album Franz Ferdinand „Always ascending“ erscheint am 9. Februar.

Die Tour startet am 1. März in Hamburg.

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