Zum Huilen schöne Musik von Sue The Night

Sue The Night (alias Musikerin Suus de Groot) schafft es mit buntem 80ies-Indiepop in den Niederlanden ganz nach vorne in den Charts. Selbstverständlich ist das nicht.

uMagazine: Suus, das neue Album von Sue The Night heißt „Wanderland“ – ist das holländisch für Wunderland?

Sue The Night: Nein, das Wort habe ich mir einfach ausgedacht. „Wanderland“ steht dafür, neugierig zu sein und sich ohne konkretes Ziel durch die Welt zu bewegen.

uMagazine: In deiner Heimat bist du direkt mit dem Debüt „Mosaic“ sehr bekannt geworden. Wie schwierig ist es, in der niederländischen Indieszene Erfolg zu haben?

Sue The Night: Es ist nicht so einfach, weil es sehr viele Bands gibt, wir aber nur ein kleines Land sind. Bevor ich mein Debütalbum veröffentlicht habe, hatte ich bereits drei Jahre lang als Solomusikerin gearbeitet, an Wettbewerben teilgenommen und kleine Shows gespielt. Aber ich bin sehr glücklich mit dem Team, das ich für „Mosaic“ aufbauen konnte. Es ist wichtig, gute Leute um sich herum zu haben. Aber es braucht natürlich auch Zeit, Geduld und Beharrlichkeit.

uMagazine: Wie wichtig sind die landeseigenen Indiebands denn überhaupt für die holländische Popszene?

Sue The Night: Nicht sehr; die großen Radiosender wollen nur internationale Acts oder holländische Mainstreamkünstler und DJs. Unser größtes Exportprodukt ist Dance, entsprechend gering ist das Interesse, Indiebands zu fördern. Aber es gibt auch ein paar Radiosender, die sich trauen, etwas Unbekanntes zu spielen. Ein System wie in Frankreich mit 80 Prozent nationaler Bands halte ich für eine gute Idee: Kleine Bands haben so bessere Chancen, von ihrer Musik zu leben, ohne den Mainstream bedienen zu müssen.

uMagazine: Live sieht man dich oft mit dieser kleinen blauen Gitarre; sie wirkt auch ein bisschen wanderlandmäßig – was ist ihre Geschichte?

Sue The Night: Sie heißt The Blue Lion und obwohl sie nicht die beste Gitarre zum Schrammeln ist, passt sie fürs Fingerpicking perfekt. Außerdem liebe ich ihren warmen Sound, und dass sie sehr viel leichter ist als die meisten E-Gitarren. Ich habe sie gegen eine schwarze Gibson The Paul getauscht. In Holland gibt es das Sprichwort: „van ruilen komt huilen“, was so viel bedeutet wie, ein Tauschgeschäft bringt dich zum Heulen, aber in diesem Fall war es ein Glück für mich!

Interview: Verena Reygers

Ab 28. 2. ist Sue The Night auf Tour. Tourtermine und Tickets gibt es z. B. hier.

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