„Wildes Herz“ schlägt links

Donnerstag kommen Feine Sahne Fischfilet ins Kino – besser gesagt: „Wildes Herz“, eine Doku von Charly Hübner über Monchi, Punkrock, Nazis und Mecklenburg-Vorpommern, das Heimat von Band und Hübner gleichermaßen ist.

„Saufen und Ficken, da stehen Nazis eben auch drauf. Also musst du dich irgendwann positionieren“ – Recht hat Jan „Monchi“ Gorkow, weshalb seine Band Feine Sahne Fischfilet es vom Index als „Vorpommerns gefährlichste Band“ zum umschmeichelten Interviewpartner in die Tagesschau geschafft hat. Für den Film „Wildes Herz“ (ab 12. 4.) hat Charly Hübner die Punkrocker mit der Kamera begleitet – zwischen dem mecklenburgischen Heimatkaff und Rock am Ring, zwischen Verfassungsschutz und Konzerten gegen rechts. Eine Dokumentation, die weder die Anarchovergangenheit Monchis als Fußball-Ultra ausspart noch seine genervten Mitbewohner (weil er nach dem Duschen ihre Handtücher benutzt). Ein anrührendes Portrait über einen Punkrocker mit großer Klappe und großem Herzen, der seit dem Tag seiner Geburt unter Strom steht und über eine Gruppe von Freunden, die sich nicht mit Befindlichkeiten aufhalten, sondern das tun, was wir alle tun sollten: lautstark gegen blaubraune Scheiße aufbegehren.

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