Acrylic

Die bisher beste und vielseitigste Platte der New Yorker Rapperin, die eigentlich kein Geheimtipp mehr sein dürfte.

Bitte nicht von dem, gelinde gesagt, wenig geschmackssicheren Cover abschrecken lassen: Mit ihrem dritten Album „Acrylic“ erfährt die maskierte Rapperin Leikeli47 hoffentlich endlich die Aufmerksamkeit, die ihr eigentlich schon seit dem 2012er-Mixtape „LK-47“ mitsamt der Single „Miss America“ zusteht, auf der sie dringlich gegen Gender-Stereotype anrappte. „Acrylic“ ist ihre bisher beste und vielseitigste Platte: Ein minimalistischer Banger wie „Post that“ steht neben dem rockgrundierten Superhit „Roll Call“, der die Wartezeit bis zum Comebackalbum von Missy Elliott verkürzt; in „Girl Blunt“ schlägt Leikeli47 souverän die Brücke zwischen Oldschool-Vibes und zeitgenössischem Elektrorap, „Iron Mike“ würde auf jedem Album von Princess Nokia oder Vince Staples zu den Höhepunkten zählen, und mit „Hoyt and Schemerhorn“ ist auch mal ein upliftender Soulsong dazwischen – ihr Flow ist dabei stets auf dem Punkt, ob zurückgelehnt oder double time. Sollte man daran irgendetwas kritisieren wollen, dann vielleicht, dass Leikeli47 ein signature Sound nach wie vor fehlt – aber vielleicht kann sie auch einfach nur zu viel zu gut, um keine eklektische, empowernde HipHop-Wundertüte wie „Acrylic“ daraus zu machen. msb

Leikeli47 • Album

Künstler: Leikeli47
Titel: Acrylic
Label: Hardcover
VÖ: 15.11.2018

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