Arschcool: Amyl And The Sniffers

Mit Amyl And The Sniffers nimmt sie jeden Club auseinander. Und die Jungs in ihrer Band legt Amy Taylor an die Leine.

„Ein gutes Konzert muss nicht länger als 20 Minuten dauern, dann sollte genug Schweiß geflossen sein“, sagt Amy Taylor im Backstageraum des Molotow. Später am Abend gönnt sie sich mit ihrer Band Amyl And The Sniffers dann aber doch 45 Minuten, um den Club auf der Hamburger Reeperbahn komplett auseinanderzunehmen: Die 23-Jährige Australierin wälzt sich auf der Bühne, geht in die Moshpit, spuckt, schreit und pogt zu den Songs, die nur äußerst selten die Zwei-Minuten-Marke überschreiten. „Bei den ersten Shows hat unser Material nur für eine Viertelstunde gereicht – da musst du eben auf den Punkt kommen“, erinnert sie sich grinsend an das Jahr 2016, als sie daheim in Melbourne die erste EP eingespielt haben. Damals lebten sie zusammen in einer WG, die Jungs spielten in unterschiedlichen Bands, und als Taylor eines Abends von einem ihrer verhassten Jobs nach Hause kam, haben sie einfach mal aufgenommen: vier Songs mit einer Spieldauer von insgesamt sieben Minuten. Nach zwölf Stunden war „Giddy up“ fertig.

Die Energie der Konzerte hat sich rumgesprochen, und ganz besonders in England stieß ihre Mixtur aus rotzigem Punk und 70er-Hardrock auf offene Ohren. Inzwischen hat die Band nicht nur beim renommierten Label Rough Trade einen Vertrag unterschrieben, sondern mit Produzent Ross Orton (Arctic Monkeys, M.I.A.) auch geschlagene zwei Wochen in einem professionellen Studio verbracht, um das Debütalbum aufzunehmen. „So lange der Spaß überwiegt, ist es nicht schlecht, ein paar Tricks zu lernen“, kommentiert Declan Martens diesen Schritt in die Professionalität. Misstrauen gegenüber der Musikindustrie hegt der Gitarrist mit der beeindruckenden Vokuhila-Frisur trotzdem. „Wir passen schon auf, dass wir bei jeder Entscheidung involviert sind“, sagt er. Doch auch wenn es in ihren Texten vor allem um schlecht bezahlte Jobs und die Erfahrungswelt der working class geht, sind Amyl And The Sniffers für Taylor keine explizit politische Band. „Ich habe auch keine feministische Agenda – aber natürlich ist mir schon aufgefallen, dass da immer nur Typen auf der Bühne waren, wenn ich früher auf Konzerte gegangen bin“, sagt sie in Anspielung auf das Video zur Single „Got You“, in dem sie ihre Bandkollegen wie Hunde an der Leine führt. „Uns hat das gut getan“, sagt Martens mit einem Schulterzucken, „zumal es wirklich kein Wasser war, was Amy uns da in den Napf gekippt hat.“ Carsten Schrader

Amyl And The Sniffers erscheint am 24. 05

Das Debütalbum „Amyl And The Sniffers“ gibt es bei Amazon.

Im Juni kommen Amyl And The Sniffers für fünf Konzerte nach Deutschland. Tickets gibt es bei Eventim.

 

 

 

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