Foto F.A.Q Rosalie Thomass - ROSALIE THOMASS, WIE LANGE KANNST DU STILL SITZEN?
Foto: Christian Geisn¾s
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ROSALIE THOMASS, WIE LANGE KANNST DU STILL SITZEN?

Schauspielerin Rosalie Thomass lernt langsam, stillzusitzen - wartet aber weiter auf eine Telefonsexhotline für Frauen.

Interview: Volker Sievert

uMag: Rosalie, wie oft wirst du um deinen Vornamen beneidet?
Rosalie Thomass: Neid wird ja selten offen zur Schau getragen. Ich werde meist beglückwünscht und freue mich darüber. Auch wenn ich gar nichts zu meinem Glück beigetragen habe.

uMag: Du kannst Klavier und Blockflöte spielen, hast im Schulchor und der Schulrockband gesungen. Wann erscheint deine erste CD?
Thomass: Nur weil man etwas ein bisschen kann, muss man es ja noch nicht öffentlich tun. Aber wahrscheinlich nächstes Jahr.

uMag: Lieblingsplatte?
Thomass: Wie könnte ich nur eine einzige Lieblingsplatte haben? Das ändert sich ständig. Im Moment höre ich die Cello-Suiten von Bach rauf und runter.

uMag: Du hast eine Handvoll Nachwuchspreise gewonnen. Bist du jetzt alt genug für die richtigen Trophäen?
Thomass: Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Wenn ich heiß auf Trophäen wäre, wäre ich Leistungssportlerin geworden.

uMag: Dein bisher größter Kinoerfolg war "Eine ganze heiße Nummer", eine Komödie über drei Lebensmittelverkäuferinnen, die eine Telefonsexhotline eröffnen. Hast du dafür praktische Recherche betrieben?
Thomass: Ich habe es versucht, aber leider haben die Damen immer gleich abgewehrt, weil sie mit mir als Frau nicht sprechen wollten. Dabei habe ich aber eine Marktlücke entdeckt: Telefonsex für Frauen. Kann das mal einer anbieten, die Herren?

uMag: Wie viele Runden mit dem Taxi hast du für deine Rolle in "Taxi" gedreht?
Thomass: Leider nur die Runden, die ich auch im Film drehe. Um in einem echten Taxi fahren zu dürfen, hätte ich einen Taxischein machen müssen, und das war leider nicht drin. Ich habe mich aber viel mit TaxifahrerInnen aus meinem Bekanntenkreis unterhalten.
 
uMag: Wie hält man es als Münchnerin länger gut in Hamburg aus?
Thomass: Ich halte es überall sehr gut aus. In Hamburg liebe ich es besonders, früh morgens am Hafen zu stehen und mir vorzustellen, dass ich jetzt auch einfach auf eines der riesigen Schiffe gehen und in die weite Welt fahren könnte.

uMag: Ist man als Münchnerin eigentlich automatisch FC Bayern-Fan?
Thomass: Gott bewahre, nein. Die haben doch schon genug.
 
uMag: Drei Adjektive zum Kleidungsstil von Pep Guardiola bitte:
Thomass: Ehrlich gesagt ist mir das egal, was der Pep trägt. Der ist doch Fußballtrainer und kein It-Girl, oder?

uMag: Welchen Satz aus welchem Film möchtest du gerne mal rezitieren?
Thomass: "Die Coolness muss im Subtext mitschwingen" aus "Lammbock", einem meiner Lieblingsfilme bis heute.

Wie lange kannst du am Stück still sitzen?
Thomass: Oje, das ist nicht meine größte Stärke. Ich habe noch nie die Zeit gestoppt, aber wahrscheinlich ist nach einer Minute Schluss. Wird aber besser mit dem Alter. Ich glaube, früher habe ich die MaskenbildnerInnen in den Wahnsinn getrieben, weil ich so hibbelig war auf ihrem Maskenstuhl.

uMag: Wenn du eine Urlaubsreise gratis hättest, wohin würde es gehen?
Thomass: Einmal um die Welt.

uMag: Ultimatives Ziel als Schauspielerin?
Thomass: Ohne Botox und den ganzen anderen Kram in dem Beruf alt werden dürfen.

uMag: Und im Leben allgemein?
Thomass: Oje, wie viele Seiten habe ich? Den Menschen um mich herum ein angenehmer Mitmensch sein. Die wichtigen Dinge im Leben nicht aus den Augen verlieren. Mich für ein friedliches gerechtes Miteinander einsetzen, mit allem, was dazugehört.

uMag: Sollte es eines Tages eine Frauenquote für Actionfilme geben, welche Rolle wirst du übernehmen: Jane McLane, Jamie Rambo oder Dirty Harriet?
Thomass: Wenn ich mich dann tatsächlich für den Abklatsch einer männlichen Rolle entscheiden müsste: definitiv McLane. Ich liebe "Die hard".

Checkbrief

NAME Rosalie Thomass
BERUF Schauspielerin
ALTER 26
HAT für jeden Film ihre eigene Playlist für Dreh- und Konzentrationspausen
FINDET Peter Dinklage, ihr Filmpartner in „Taxi“, kann viel mehr als den Tyrion in „Game of Thrones“ spielen
FIILME „Eine ganz heiße Nummer“, „Das Leben ist nichts für Feiglinge“, die Trilogie „Beste Zeit, „Beste Gegend“, „Beste Chance“ (alle von Marcus H. Rosenmüller), „Neue Vahr Süd“
PREISE Grimme-Preis, Bayerischer Fernsehpreis und Förderpreis Deutscher Film als beste Nachwuchsschauspielerin
AKTUELL IM KINO „Taxi“ nach dem Roman von Karen Duve, ab 20. August