Abb.: © Gipi/Reprodukt
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DROGEN UND GEWALT

Der italienische Comiczeichner Gipi wühlt in seiner Biografie: "Mein schlecht gezeichnetes Leben".

Von Falk Schreiber

Gian Alfonso Pacinotti aka Gipi ist derzeit praktisch der einzige italienische Comiczeichner, der international im Bereich Independent-Comic reüssiert - mit dem universellen Thema der Siebzigerjahre-Jugend. Ob diese in Norditalien oder im Ruhrgebiet angesiedelt ist, ist eigentlich egal, Drogen, Gewalt, Motorräder, Rockmusik und unsichere Männlichkeitsrituale kennt man im verelendeten Proletariat, weltweit. So schonunglos wie aktuell in "MSGL (Mein schlecht gezeichnetes Leben)" sezierte Gipi aber noch nie das Dasein seiner Protagonisten (in dem sich wie immer auch ein großes Maß Autobiografisches versteckt): Verschreckt von Sexualangst, chronischen Schmerzen und drogeninduzierten Haluzinationen schleppt sich ein junger Mann durch einen freudlosen Alltag, der nur dadurch halbwegs erträglich ist, weil Gipi schon im Titel klarstellt, dass das alles nicht so schlimm ist. Es sind ja nur Zeichnungen. Wenn auch schlechte. Nein, gar nicht.