WAS NICHTS WAR, WIRD NICHTS
Michael Schock spekuliert über "Silent Hills".
War es zu gut, um wahr zu sein, oder sind wir einer weiteren Enttäuschung entkommen? Selten schlug eine Neuigkeit in der Spielewelt solche Wellen wie die, dass es nun doch kein "Silent Hills" (das Plural-s kennzeichnete das Revival) mit Regisseur Guillermo del Toro und Schauspieler Norman Reedus geben wird. Angeblich, weil der Kultentwickler Hideo Kojima die Firma verlassen habe. Schade, denn die Psychogruselreihe hatte ebenso wie ihr großer Bruder "Resident Evil" eine Rundumerneuerung bitter nötig. Mit Filmstars werden in der Games szene Totgeglaubte gerne mal reanimiert, aber ich zweifle stark daran, dass die "Hills" die erhofften Gipfel im Spielspaßtal der Serie gewesen wären. Denn wenn man ehrlich ist, hat del Toro mit "Pans Labyrinth" nur einen so richtig guten Film gemacht - seine sonstigen Projekte waren höchstens okay ("Hellboy") oder desaströser Bullshit ("Pacific Rim"). Del Toro ist ein Geek, hat aber in Sachen Videospiele kein glückliches Händchen: Sein Projekt "InSane" wurde 2012 ebenfalls nach zwei Jahren Entwicklung gecancelt. Reedus, der völlig überhypte Daryl-Darsteller aus "The Walking Dead", wirkt zudem wie ein nach Typ gecasteter Ablenkungsversuch. Die Protagonisten der "Silent Hill"-Reihe aber zeichneten sich fast immer durch tiefe innere psychologische Dramen aus. Nicht nur aufgrund seiner komplett flachen Serienfigur, sondern auch wegen seiner sonstigen C-Ware-Filmografie habe ich starke Zweifel, dass er die Serie auf ein neues Niveau hätte heben können. Aber das bleibt nun alles Spekulation. Es wird weiter an einer neuen "Silent Hill"-Episode gearbeitet, heißt es bei Konami. Ratsam wäre, sich dabei lieber um einen vernünftigen Plot und eine zeitgemäße Steuerung zu kümmern. Denn daran mangelt es der geliebten Horrorserie weit mehr als am Staraufgebot.


