FREAK UND ZUFRIEDEN
Seinen eigenwilligen Psychedelicsound speist der Finne Jaakko Eino Kalevi natürlich auch aus ganz speziellen Inspirationsquellen.
Von Carsten Schrader
Eigentlich darf sich Jaakko Eino Kalevi gar nicht beschweren, wenn er immer wieder auf seinen früheren Teilzeitjob als Straßenbahnfahrer in Helsinki angesprochen wird. Fragt man den vor einem Jahr nach Berlin übergesiedelten Finnen direkt, wie er zu seinem zwar schmonzig-schönen, aber eben auch unglaublich verspulten Psychedelicsound kommt, druckst er nämlich nur hilflos rum. Auch seine Musikbiografie bietet trotz diverser schrulliger Engagements bestenfalls vermeintliche Hinweise: "Heute höre ich mir Progressive Metal à la Dream Theater sehr selten und nur aus nostalgischen Gründen an, und meine Reggaeleidenschaft beschränkt sich auf Dubklassiker", bremst er mit einem verlegenen Lachen die Erkenntniseuphorie. Selbst Berlin hat auf dem neuen Album "Jaakko Eino Kalevi" nur sehr wenige Spuren hinterlassen - obwohl er ja extra umzog, weil nach über 60 Veröffentlichungen auf abseitigen finnischen Labels mit dem Debüt bei Domino Records deutlich größere Aufmerksamkeit zu erwarten ist. Der Opener "JEK" sei von einer Party inspiriert, bei der nur extrem langsame Musik gespielt wurde, erzählt er, und auch "Room" lasse sich auf eine Berliner Nacht zurückführen. "Nach meinem Konzert sind wir mit diversen Leuten zu einem Freund gegangen, und es war ein so schöner Abend für mich, dass ich mich an sein Zimmer als mystischen Raum erinnere", erklärt er in zögerlichem Tonfall. "Tut mir leid, aber für mich sind wohl eher abseitige Zufälligkeiten wichtig", schiebt er hinterher - und es ist genau diese Selbsterkenntnis, die ihm schließlich doch noch den alles entscheidenden Moment seiner Musikerlaufbahn ins Gedächtnis ruft. "Als Jugendlicher habe ich die DVD von ,Wayne's World' zu Weihnachten bekommen, und nichts hat mich so sehr inspiriert wie dieser Film", sagt er und strahlt. Kalevi selbst ist mit dieser Erklärung zufrieden.


