Foto: Steve Gullick
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DIE SCHMUNZELMONSTER KOMMEN!

Gengahr bringen wieder Spannung ins Gitarrengenre. Nur über die Altersfreigabe ihrer Texte hat sich die Londoner Band noch nicht geeinigt.

Interview: Carsten Schrader

uMag: Felix, John, die Zeit der langweiligen Gitarrenbands ist vorbei, oder?
Felix Bushe: Das uninspirierte Rumdümpeln war aber trotzdem wichtig. Ohne dass wir darüber gesprochen oder es als bewusste Reaktion definiert haben, hat uns die Langeweile sicherlich offener werden lassen. Auch wenn wir die klassische Aufstellung einer Gitarrenband nie in Frage gestellt haben, sind Funk, Krautrock, Psychedelia und womöglich auch Jazz und R'n'B in unseren Sound eingeflossen.
John Victor: Mittlerweile freue ich mich sogar wieder, wenn eine Band einfach nach den 90ern klingt und kaum von Built To Spill oder Pavement zu unterscheiden ist.
Bushe: Letztlich profitieren wir davon, dass die Leute von den ganzen Tanzperformances ermüdet sind und es wieder spannend finden, eine Band live spielen zu sehen.

uMag: Auch textlich bietet ihr eine Alternative, denn viele Songs eures Debütalbums "A Dream outside" sind von Horrorfilmen inspiriert.
Bushe: Manchmal höre ich einen Song, der mir gefällt, aber dann achte ich auf den Inhalt: Da geht jemand aus, ist angepisst, weil es nicht läuft, und zündet sich völlig zugedröhnt eine Kippe an ... Solche Texte beleidigen mich dermaßen, dass ich mir den Song nicht mehr anhören kann. Und statt diese Klischees zu bemühen, erzähle ich eben lieber Geschichten.
Victor: Wobei der Horrorfilmvergleich aber auf eine falsche Fährte führt. Würde man deine Songtexte fürs Kino adaptieren, wären sie vermutlich schon ab 16 freigegeben.
Bushe: Ach was, ab zwölf! Mich interessiert eher das Schummrige, die Ahnung einer Bedrohung, und als Softgoth komme ich mit Splatterszenen ja selbst nicht klar.