GUTE FRAGE AN: FRISCHEPOST
Das junge Hamburger Unternehmen bringt mit lokal angebauten Lebensmitteln die Klein- in die Großstadt. "Frischepost"-Frau Natalia Kroll erklärt, warum.
Interview: Samanta Hoffmann
uMag: Natalia, was nervt euch an der heutigen Lebensmittelindustrie?
Natalia Kroll: Dass große Lebensmittelkonzerne mit Frische, Regionalität und Nachhaltigkeit werben, obwohl sie genau das Gegenteil anbieten. Als Verbraucher wird es immer schwerer zu unterscheiden, welche Produkte wirklich nachhaltig und regional produziert wurden. Wir wollen wieder Transparenz in den Lebensmittelhandel bringen. Außerdem macht es uns wütend, dass die Lebensmittelindustrie kleine Familienbetriebe überrollt. Viele kleine Höfe und Produzenten aus der Region leben am Existenzminimum, weil sie ihre Produkte für immer weniger Geld an den Großhandel abtreten müssen. Daraufhin werden Supermarktregale bis spät abends mit frischen Lebensmitteln gefüllt, um dann wieder einen Teil davon wegzuschmeißen. In unserer Gesellschaft haben wir es uns angewöhnt, immer alles verfügbar zu haben - zu jeder Tages- und Jahreszeit. Wir sind der Meinung, dass weniger mehr ist, und dass wir wieder bewusster mit Saisonalität und Lebensmittelverschwendung umgehen sollten.
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