Foto Mourn - EXTREM SELTSAM
Foto: Ivan Castellano
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EXTREM SELTSAM

Mourn-Schlagzeuger Antonio Postius Echeverria erklärt, wie man als spanische Band auch im Ausland Beachtung findet.

Interview: Carsten Schrader

uMag: Antonio, keiner von euch ist über 20, aber seit vielen Jahren seid ihr die erste spanische Band, die auch international viel Aufmerksamkeit bekommt. Wie kommt das?
Antonio Postius Echeverria: Spanien hat einfach keine popkulturelle Tradition wie England oder die USA. Viele Bands resignieren und singen gleich auf Spanisch, was natürlich die Exportchancen erheblich verringert.

uMag: Habt ihr euch deswegen für englische Texte entschieden?
Echeverria: Das war eher eine Gefühlssache und liegt wohl daran, dass wir viel englischsprachige Gitarrenmusik aus den 90ern hören. Unser spanisches Label Sones hat das Debüt einfach nur so an Captured Tracks geschickt, und die wollten die Platte sofort international veröffentlichen.

uMag: Gibt es in Barcelona eine Szene, mit der ihr verbunden seid?
Echeverria: Unsere Sängerin Jazz und auch die anderen Mädels haben gute Kontakte zu einigen anderen Bands, die klassischen Emocore spielen. Aber wir machen schon unser eigenes Ding, und viele Kids in unserem Alter finden, dass wir extrem seltsame Musik machen.

uMag: Was sagst du zu den Projekten der Primavera-Macher, die mit El Segell auch ein Label gegründet haben und junge spanische Musiker beraten, wie man im Ausland Fuß fasst?
Echeverria: Das ist extrem wichtig und unterstützenswert, zumal sie die Bands auch ermutigen, nicht so öde Musik zu machen, wie man sie hier meistens im Radio hört.

uMag: Und warum habt ihr noch nicht eine einzige Show in Deutschland gespielt - obwohl "Mourn" bei uns euphorisch besprochen wurde?
Echeverria: Das kann ich mir auch nicht erklären, und es wird sich bald ändern, versprochen. Wir werden dieses Jahr noch drei Singles veröffentlichen, aber ansonsten wollen wir nichts anderes machen, als Konzerte spielen.