Foto DJ Koze - VIER WÄNDE FÜR EIN HALLELUJA
Foto: Gepa Hinrichsen
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VIER WÄNDE FÜR EIN HALLELUJA

Um selbst alte Damen von seinem Schaffen zu überzeugen, setzt der Hamburger DJ und Produzent Stefan "DJ Koze" Kozalla auf einen alten Theatertrick.

Interview: Carsten Schrader/Lasse Nehren

uMag: Stefan, gerade ist dein Beitrag zur "DJ-Kicks"-Reihe erschienen, die 50. Ausgabe der Serie. Wie geht man so eine Kompilation an, um tatsächlich etwas mit Mehrwert zu schaffen?
Stefan Kozalla: Ich bin eher auf Zeitlosigkeit gegangen, weil ich etwas machen wollte, das auch in zehn Jahren noch funktioniert und Relevanz hat. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben: die Songs eigens bearbeitet, mir die Spuren schicken lassen - die Lieder zu welchen gemacht, die es so nicht gibt. Würde ich nichts dazubasteln, könnte man auch die Songs googeln und sich bei YouTube anhören.

uMag: Im Kontext der Reihe, die bislang tendenziell eher clubbige Mixe hervorgebracht hat, sticht dein Beitrag ziemlich heraus.
Kozalla: Fordernde Clubmusik auf einer Mix-CD finde ich wahnsinnig öde. Ich höre das doch nicht außerhalb vom Club, nur um meine Hausaufgaben zu machen. Ich liebe diese Musik schon, aber eine CD mit Clubtracks möchte ich nicht einer netten Oma schenken, die ich in Spanien treffe und die mich fragt, was ich für Musik mache.

uMag: Du möchtest dich also nicht nur als DJ repräsentiert wissen?
Kozalla: Es findet ja in irgendeiner Form die gleiche Farbenfrohheit und das gleiche Genrehopping statt, das ich auch in meiner Musik unterzubringen versuche. In gewisser Weise mache ich immer das Gleiche: Ich versuche, Welten zusammenzubringen, die eigentlich nicht zusammenpassen - für mich aber total. Da kann man sich dann auch wiederholen, weil's ja jedes Mal was anderes ist.

uMag: Und eigentlich tust du noch mehr, als Welten zusammenzuführen: Du erschaffst eigene.
Kozalla: Ich mag, wenn die vierte Wand aufgebrochen wird, und möchte nicht nur eine Aneinanderreihung von Tracks, sondern, dass da was rauskommt. Jemand, der mich anspricht, wie ein narrator. Das kann ganz homöopathisch dosiert sein: Wenn mir innerhalb von 15 Minuten einmal gezeigt wird, dass Überraschungen möglich sind, bin ich dauerhaft gespannt, ob da noch etwas kommt. Es reicht, den Kanal einmal zu öffnen.