EINZIG UND ART
Innovative Technik ist Silber, gute Songs sind Gold.
Von Carsten Schrader
Gwilym Gold ist ein Innovationspinsel: Vor drei Jahren entwickelte der Musiker mit Londoner Wissenschaftlern ein neues Musikformat namens Bronze, das ein Album so wiedergibt, dass es mit jedem Abspielen anders klingt. Doch Gwilym Gold ist eben auch ein Künstler, der mit Klavier und Elektronik fragile Songs produziert. Mit "A Paradise" veröffentlicht er Mitte August ein Solodebüt, das an Thom Yorke und die Wilds Beasts erinnert, Streicherarrangements von Nico Muhly auffährt - und eben nicht über Bronze erscheint. "Bronze funktioniert nur mit Musik, bei der es auf einen kompositorischen Kern ankommt, die Arrangements und bestimmte Details aber variierbar sind", gesteht er zähneknirschend ein. "An den Songs der neuen Platte habe ich aber monatelang gefeilt und auch genau überlegt, zwischen welchen beiden Tönen sich Stille gut macht."


