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AUF EIN BIER MIT ...

Health brauchen dringend Alkohol - denn die Krachmacher aus Los Angeles haben eine ganz neue Seite an sich entdeckt.

Von Carsten Schrader

Health lieben bayerisches Bier, und beim Interviewtag in Berlin ist das Quartett aus Los Angeles auch schon mittags nicht abgeneigt, dieser Leidenschaft nachzugehen. Taktisch gar nicht so unklug, denn um eine Frage werden sie in keinem Gespräch herumkommen: Wie um alles in der Welt konnten seit dem letzten Studioalbum volle sechs Jahre vergehen? Während der Bassist John Famiglietti noch ins Biersortiment vertieft ist, das die Plattenfirma aus den umliegenden Trinkhallen rangeschafft hat, versucht sich der Multiinstrumentalist Jupiter Keyes an einer Erklärung, indem er Healths überaus erfolgreichen Soundtrack fürs Ballergame "May Payne 3" ins Spiel bringt. "Viele unserer Fans haben uns Vorwürfe gemacht, weil wir uns als DIY-Band aus dem Noiseumfeld auf diese Industrie eingelassen haben. Aber für uns war es eine Herausforderung, unseren Sound mit den Vorgaben zu kombinieren", sagt er. In eine ähnliche Bredouille dürfte sie jetzt auch das neue Album "Death Magic" bringen - auch wenn sie seit dem Crystal-Castles-Remix ihres Songs "Crimewave" durchaus viele Verehrer außerhalb der Szene haben: Die Platte ist wesentlich melodischer als alles, was sie zuvor gemacht haben, und die drei Produzenten Lars Stalfors (The Mars Volta), Andrew Dawson (Kanye West) sowie der düstere Elektrofrickler The Haxan Cloak repräsentieren den neuen Sound ziemlich gut. "Nach vielen gescheiterten Anläufen ist es uns endlich gelungen, Popelemente übrzeugend einzubetten", findet Sänger Jack Duzsick, und hat Recht: Stücke wie "Stonefist" und "Flesh World (UK)" kombinieren den angestammten Sound mit ungeahnter Eingängigkeit. Und am Ende ist es dann dieses Urteil, das Famiglietti als Vorwand dient, Biernachschub zu ordern.