ICH MÖCHTE DAS GERNE ZURÜCKGEBEN
Michael Schock frohlockt und reklamiert.
Das ist großartig, es freut mich für die Nutzer der Spielevertriebsplattform Steam, und es brachte mich wieder zum Nachdenken: das Rückgaberecht. Steamnutzer können jetzt Spiele innerhalb von 14 Tagen "zurückgeben" (also: Geld zurück), vorausgesetzt, sie haben es weniger als zwei Stunden gespielt. Plötzlich wirft mich das zurück in meine Jugend, als es nur die Rezensionen in Magazinen als Orientierung über die Spielqualität gab. Als ich diese Hefte noch nicht nutzte, kaufte ich "Swamp Thing" für meinen Game Boy - das Cover sah so cool aus, ihr wisst schon. Das Jump'n'Run dahinter aber war aber ein klobiger Totalausfall, mit selbst für damalige Verhältnisse unterirdischer Grafik und der Spielbarkeit einer Kiste Holzscheite. Viele Jahre später wollte ich endlich das optisch revolutionäre Cyber-Beat'em-Up "Rise of the Robots" zocken und entdeckte es zufällig einige Tage vor Veröffentlichung in einem Braunschweiger Elektrogroßmarkt. Die Ernüchterung: legendär. Die zähe Blechdosenschlägerei war ein Riesenflop, von Kritikern wie Spielern verrissen ob lahmarschiger Steuerung und einem Kampfsystem, gegen das Stein-Schere-Papier wie eine von John de Mol erdachte Samstagabendrevolution wirkt. Wie gerne hätte ich damals, als ich zudem Monate für ein Spiel sparen musste, diese Machwerke zurückgegeben und den Machern links und rechts eine geschallert! Ersteres können jetzt also Steamnutzer. Eine gute Sache, denn auch wenn man mit manchem Titel erst warmwerden muss, ist doch klar: Wir erkennen Gurken, wenn wir sie anspielen. Und uns mit solchen das Geld aus der Tasche zu ziehen, tja: nicht mehr so einfach. Denkt daran, liebe Entwickler, besonders jene großspuriger Filmlizenz-Games.


