Careful

Wie klingt eigentlich minimalistischer Nightmare-Pop für die Tanzfläche?

Signalhornartige Synthiestöße, eine Frauenstimme, die schwer verständliche Satzfetzen flüstert, elektronisches Zierwerk, das an fernes Rufen erinnert und der Ansatz eines Beats, der wie eine Drohung klingt – so beginnt das neue Album des Duos Boy Harsher, das zum dritten Mal antritt, die Tanzfläche mit minimalistischem Nightmare-Pop gefrieren zu lassen. Auch wenn die oft mit so prägnanten wie vielsagenden Ein-Wort-Titeln („Lost“, „Fate“, „Tears“) versehenen Songs zum Album gebündelt vielleicht etwas facettenarm sind, versprechen Sängerin Jae Matthews und Elektromusiker Augustus Muller mit dem Intro nicht zu viel: Stücke wie „The Look you gave (Jerry)“ mit seinen verschlungenen Synthakkorden oder das unter Spannung stehende „LA“ würden auf einer Playlist jederzeit zwischen Anne Clark, Tuxedomoon, Siouxsie And The Banshees oder den frühen Dead Can Dance funktionieren, bereiten den referenzsatten Dark Wave durch ihre manchmal gar technoide Grundierung aber für zeitgenössische Clubkontexte auf. msb

Boy Harsher • Album

Künstler: Boy Harsher
Titel: Careful
Label: Nude Club
VÖ: 01.02.2019

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