Tip of the Sphere

Cass McCombs gehört zu den drei besten Singer/Songwritern Nordamerikas, befindet unser Rezensent …

Kurz mal weit aus dem Fenster gelehnt und zu einem Superlativ verstiegen: Cass McCombs gehört zu den drei besten Singer/Songwritern Nordamerikas. Seit 2003 haut der Kalifornier alle paar Jahre ein neues Meisterwerk raus. Sein jüngster Streich gehört schon deshalb zu seinen besten, weil das Album in wenigen Tagen an einem einzigen Ort aufgenommen wurde. „Tip of the Sphere“ ist kohärenter als zuletzt – McCombs experimentiert nicht, sondern beschränkt sich auf Americana und Rock mit einem Hauch Indiepop. Herrlich die Details. Das wie aus einem fernen Free-Jazz-Keller herbei gewehte Saxofon in „Absentee“, das in „Tying up loose ends“ wieder auftaucht, die indischen Tablas, die WahWah-Gitarren: nichts davon drängt sich in den Vordergrund, alles dient dem Song. Für die ultrarelaxte J.J. Cale-Exkursion „Rounder“ lässt sich McCombs‘ grandiose Band mehr als zehn Minuten Zeit. „Prayer for another Day“ ist schönster Pedal-Steel-Folk. Rootsig, ohne schwerfällig zu sein, countryesk, ohne Gejammer – wieder ein Meisterwerk. jp

Cass McCombs • Album

Künstler: Cass McCombs
Titel: Tip of the Sphere
Label: Anti
VÖ: 08.02.2019

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