Kate Tempest: The Book of Traps and Lessons

Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet. Dieses Mal geht es um „The Book of Traps and Lessons“ von Kate Tempest.

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Verena, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen … dieses Mal geht es um „The Book of Traps and Lessons“ von Kate Tempest.

 

KATE TEMPEST

The Book of Traps and Lessons

Enno: Wunderschön. Tolle Künstlerin. Lieb ihre Stimme, lieb ihr Wortgewand, lieb alles, was Kate singt, spricht oder schreibt. Bester Banddrop in 1:44 „Keep moving don’t move“.

Mitja: Ja, mal wieder sehr beeindruckend, was Kate abliefert – man kauft ihr all ihre Botschaften voll ab. Mal abwarten, ob da nicht die nächste Mercury Prize-Nominierung wartet. Am Stück gehört wird es mir zwar irgendwann auch mal zu viel Poetry Slam, aber das macht ihren Sound nun mal aus und ist an sich ja auch nur stimmig zu ihren fesselnden Texten.

Carsten: Konnte zunächst gar nicht glauben, wie dezent sich Rick Rubin im Hintergrund hält. Aber ein sanfter Jazzakkord, zarte Handclaps oder ein dräuender Bass genügen, Kate braucht keine Beats. Obwohl man inzwischen ja weiß, was man bei ihr bekommt, hat sie mich bis hin zu dem grandiosen Finale „People’s Faces“ wieder komplett weggeschossen.

Verena: Ich kann mich nur anschließen – Tempests poetische Kraft kriegt einen jedes Mal! Beeindruckend, mit welcher Zärtlichkeit sie die Menschen in ihrer Zerrissenheit besingt. Und die ganz große Überraschung, wie Carsten sagt: ein unaufgeregter Rick Rubin, der sein Ego im Griff hat.

 

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VERENA REYGERS

schiebt die miese Chatrunde jetzt einfach mal auf das anstehende Sommerloch. Wobei da immerhin das ganz fantastische Debütalbum von IDER wartet. Und nächtliches Hauswandboxen mit Kate Tempest im Ohr ist ohnehin gesetzt.

MITJA STEFFENS

tanzt mit den Black Pumas vergnügt durch das Sommerloch. Sollte doch mal Trübsal anstehen, darf Kate Tempest ihn weiter hineintreiben, bevor Stereo Total wieder alles vergessen machen. Dazu wird einfach „Ich bin cool” mit Blick in den Spiegel gesungen.

CARSTEN SCHRADER

kann bislang kein Sommerloch ausmachen und kommt bereits mit den Vorbereitungen für den Herbst ins Schleudern: Einerseits kämmt er sich ohne Unterlass für das angekündigte zweite Whitney-Album. Andererseits weiß er, dass die neue Platte von Girl Band ihm ohnehin die Frisur ruinieren wird.

GASTHÖRER

ENNO BUNGER

ist von sich selbst genervt, weil er sich beim Kommentieren der Musik wie in Oli Geissens Chartshow eingeblendet sieht. Er sagt: Lest nicht mein Gesülze, und hört die Platten am besten selbst. Wir sagen: Hört vor allem Ennos neues Album „Was berührt, das bleibt“, das am 26. Juli erscheint und mit dem er im Oktober auch auf große Tour geht.

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