Contemporary Music

Rebirth

Gut 40 Jahre nach den Sex Pistols bekommt die Queen […]

Gut 40 Jahre nach den Sex Pistols bekommt die Queen mal wieder richtig schön einen vor den Latz: „Opinions are not facts“, mahnt die in Zimbabwe geborene Londonerin Farai Bukowski-Bouquet in „Lizzy“ und verziert ihre Botschaft mit zynischen „God bless Elizabeth“-Rufen. Im Verbund mit dem Produzenten Tone entwirft Farai ein Postpunk-Update für das Prä-Brexit-England, mit dem sich die beiden in Sachen Sound und Haltung zwischen M.I.A, Santigold und Noga Erez positionieren: HipHop-Beats, dräuende Bässe, karge Synthiemelodien, und bei „Love Disease“ haben es auch die Polizeisirenen aufs Debütalbum geschafft, die während der Aufnahmen vor Tones Haus zu hören waren. „I could be slipping that punk champagne“ sprechsingt Farai, die sich zunächst auf den Society-Partys der Mode- und Kunstszene verloren hat, um nach ihrem Zusammenbruch in Musiktherapiekursen die Richtung zu wechseln. Jetzt sind ihre Parolen so unverziert und schlagkräftig, wie es die Zeit erfordert: „Bankers are gangsters“, heißt es etwa in „National Gangsters“. Für Schönklang ist keine Zeit – noch nicht. Dass Farai den aber auch beherrscht, teasert sie mit „Talula“ zumindest schon mal an. cs

 

Farai • Album

Künstler: Farai
Titel: Rebirth
Label:
VÖ: 30.11.2018

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