Guts: „Das Verlangen, genau jetzt dieses Album zu machen, war einfach zu groß.“

Der französische HipHop-Produzent bringt sein neues Album mit Band auf die Bühne. Danach will er aber auch mal ins Kino.

kulturnews: Guts, du wolltest ursprünglich eine klassische, sampleorientierte HipHop-Platte machen, hast dich dann aber für ein ausladendes Bandalbum entschieden. Warum?

Guts: Diese Entscheidung habe ich nach meinen letzten DJ-Sets getroffen. Nachdem ich eine Menge ,Afro Tropical`-Musik entdeckt und zusammengemixt habe, hat eine Stimme in meinem Kopf gesagt: „Damit solltest du selber experimentieren!“ Eigentlich bin ich natürlich Beatmaker und Solokünstler, aber das Verlangen, genau jetzt dieses Album zu machen, war einfach zu groß.

kulturnews: Die Musik auf „Philantropiques“ ist auch auf kollektive Energie angewiesen, oder?

Guts: Ja, zum Teil. Ich habe eine neue Band speziell für dieses Projekt gegründet. Ich war der Initiator, ich habe das Konzept entworfen und die Tracks zunächst in rohen Skizzen allein erarbeitet. Aber dass daraus am Ende diese Platte wird, das war nur durch die Zusammenarbeit mit so großartigen Künstlern wie dem Drummer Cyril Atef oder dem Saxofonisten Ben Abarbanel-Wolff möglich, die „Philanthropiques“ auch co-produziert haben.

kulturnews: Wenn du die Songs live präsentierst, wird die Bühne wahrscheinlich ziemlich voll. Wie verträgt sich das Bandsetting mit deinen früheren Tracks, die du alleine als Produzent und Beatmaker aufgenommen hast?

Guts: Die Idee ist, die alten Stücke neu zu interpretieren und neue, mehr am Afro-Tropical-Sound orientierte Versionen daraus zu machen, ohne dass dabei die Seelen der Originale verloren gehen. Das war eine ganz schöne Herausforderung, aber auch eine aufregende Erfahrung – und Gott sei Dank hatte ich all die fantastischen Musiker an meiner Seite, die mir dabei geholfen haben.

kulturnews:  Wirst du diese Richtung weiter erforschen, oder kommt als nächstes doch erst mal dein reduziertes Back-to-the-Roots-Album?

Guts: Ja, ich glaube, mit meiner nächsten Platte werde ich tatsächlich erst mal an meine Frühphase anknüpfen. Aber ich hätte auch große Lust, mal an einem Soundtrackprojekt mitzuwirken – das wäre ein komplett neues Territorium, das ich gern erkunden würde. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich mal was fürs Kino komponieren will, dann könnte ich nicht widerstehen!

Im Juni kommt Guts für fünf Konzerte nach Deutschland. Tickets gibt es hier bei eventim.

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