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Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet, diesmal über Hand Habits …

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Carsten, Michael und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen …

 

HAND HABITS

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Maze: Was für eine traurige Platte mit schönen, unaufdringlichen Melodien. Ich mag die mysteriöse Stimmung, die sich durch das ganze Album zieht. „Pacify“ ist ein besonders cooler Song: die Wände mit Lippenstift bemalen, im Bett liegen und die Welt ausblenden.

Michael: Mir vielleicht eine Spur zu unaufdringlich – es ist unmöglich, von dieser Musik genervt zu sein, hängen bleibt aber auch nichts. Eigentlich horche ich nur beim Interlude „Heat“ kurz auf, das mit Elektronik und etwas schieferen Sounds aufwartet. Indiefolk ist bei mir aber grundsätzlich schwierig und vor allem stark stimmungsabhängig – vielleicht versuch ich’s noch mal bei nem entspannten Movinger, solange das spätherbstliche Wetter andauert.

Carsten: Ging mir mit Indiefolk zuletzt viele Jahre ähnlich – aber ich orientiere mich gerade neu. Nachdem ich vor Kurzem Big Thief verfallen bin, steige ich bei Meg Duffy alias Hand Habits zu ihrer zweiten Platte jetzt auch voll ein. Nach zehn Jahren höre ich wieder Saddle-Creek-Platten, und da passt es ja, dass mir auch Conor Obersts neues Projekt mit Phoebe Bridgers gefällt.

Mitja: Musste hier erst mal nach einer schönen Umschreibung für „ganz schön langweilig” suchen – wie wär es mit: authentischer und nahbarer Sound.

 

MITJA STEFFENS

ist erstaunt, dass Matmos sogar mithilfe von bloßem Plastikkram ein ansehnliches Album produzieren, und fragt sich daher, warum es eigentlich noch keine kulturnews-Verlagsband gibt. Das Tastaturgeklapper von Michael würde in jedem Fall einen dominanten Takt vorgeben!

MICHAEL S. Bendix

würde seine Tastaturkünste sofort in den Dienst der Verlagsband stellen und gleichzeitig hoffen, dass die aktuelle Chatrunde keine allzu tiefe Spuren im Sound hinterlässt. Seiner würde momentan eher klingen wie eine Mischung aus den Foals, J.I.D., Weyes Blood, Ariana Grande und Xiu Xiu.

CARSTEN SCHRADER

überlegt, ob man Matmos nicht die Brustimplantate aus Silikongel abschwatzen sollte – nicht für die Musik, sondern für die Optik der Verlagsband. Außerdem experimentiert er mit Aijieke und Bajiaogu, um beim Goetheinstitut schon ganz bald eine Asientour beantragen zu können.

GASTHÖRER

Maze Exler / Pictures

hat sich schon Ende der 90er dem Indierock verschrieben: zunächst mit Union Youth, nach deren Ende er mit seiner Heroinabhängigkeit zu kämpfen hatte, wovon auch die Doku „Könige der Welt“ erzählt. Inzwischen ist Exler mit Pictures zurück, deren zweites Album „Hysteria“ gerade erschienen ist. LIVE 28. 3. Hannover, 29. 3. Hamburg, 30. 3. Düsseldorf, 31. 1. Köln, 3. 4. Leipzig, 4. 4. Wiesbaden, 5. 4. Stuttgart, 6. 4. München

 

 

Hand Habits • Album

Künstler: Hand Habits
Titel: Placeholder
Label: Saddle Creek
VÖ: 08.03.2019

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