Thread of Gold

Zweites Album? Lieber ab nach Äthopien!

Sechs Jahre sind eine Ewigkeit im schnelllebigen Pop-Biz. Umso mehr, wenn es sich um die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Album einer Band handelt. Das Londoner Trio Hejira hat in dieser Zeit ein eigenes Label gegründet und eine Reise nach Äthiopien unternommen. Von dort brachten Sängerin Rahel Debebe-Dessalegne und ihre Mitmusiker Field Recordings mit, die nun subtil in „Thread of Gold“ mit einfließen. Mit einer Bassdrum beginnt es – regelmäßig wummernd gibt sie den bedächtigen Herzschlag dieses Albums vor. Von befreundeten Grenzgängern wie Matthew Herbert und Floating Points haben Hejira sich abgeschaut, wie man Songs angenehm unaufdringlich und luftig arrangiert. Pointiert gesetzte Streicher, wehmütige E-Gitarren, bouncender Bass und mehrstimmiger Gesang formen ein Klangbild zwischen Kammerpop und Soul. Debebe-Dessalegne flüstert und croont; so könnte es klingen, wenn Neneh Cherry ein Dreampop-Album aufnehmen würde. Ein atmosphärisches Wunderwerk von beeindruckender Kohärenz. jp

Hejira • Album

Künstler: Hejira
Titel: Thread of Gold
Label: Lima Limo
VÖ: 22.02.2019

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