Contemporary Music

Clash

Der Titel verspricht den großen Knall – doch tatsächlich ist „Clash“ die bisher entspannteste und poppigste Platte von Neonschwarz.

Trotz des konfrontativen Titels ist „Clash“ die bisher entspannteste und poppigste Platte von Neonschwarz, vor allem im Vergleich zum schweren Vorgänger „Metropolis“. Dass es sich bei der gelösten Feierstimmung um ein Trojanisches Pferd handelt, wird spätestens klar, wenn das Hamburger HipHop-Trio mit „2018“ seine vor vier Jahren begonnene Serie mit musikalischen Jahresrückblicken fortsetzt: Eine in angemessen alarmiertem Tonfall vorgetragene Bestandsaufnahme, und eine deutliche Absage ans Mit-Rechten-Reden-Diktum in einer Zeit, in der es sogar als verhandelbar gilt, ob man ein Menschenleben retten sollte oder lieber nicht. „Clash“ ist in jedem Track und mit jeder Zeile ein popgewordenes Ausrufezeichen in Sachen klarer Haltung: Wenn im Zuge des „Wir sind mehr“-Konzertes in Chemnitz plötzlich von Gegnerinnen der dort marschierenden Nazis verlangt wird, sich doch bitte auch konsequent vom Linksradikalismus abzugrenzen, stellen Neonschwarz klar, dass es eben keine „fine people on both sides“ gibt. Das ist nicht immer konstruktiv – muss es aber auch nicht sein. msb

Neonschwarz • Album

Künstler: Neonschwarz
Titel: Clash
Label: Audiolith
VÖ: 05.10.2018

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