Contemporary Music

Love in the Time of Lexapro

Oneohtrix Point Never ergänzt sein 2017er-Album „Age of“ mit einer kosmischen Fantasie …

„Die Suche nach dem Pop als einzige Sicherheit inmitten von Chaos und Entfremdung ist der Dreh- und Angelpunkt der Platte“, schrieben wir vor einem Jahr über das Album „Age of“ des Avantgardekünstlers Daniel Lopatin alias Oneohtrix Point Never. Jetzt schickt er noch eine Art Appendix in EP-Form hinterher: „Love in the Time of Lexapro“ enthält zwei neue Songs und zwei Albumtracks in alternativen Fassungen, wobei sich vor allem die A-Seite lohnt. Der Titeltrack, eine kosmische Fantasie, wäre selbst auf dem an sich schon erstaunlich nahbaren Album einer der zugänglichsten Moment gewesen, bevor der japanische Komponist Ryūichi Sakamoto in seinem Rework des soundscapeartigen Albumclosers „Last known Image of a Song“ das Original mit noch mehr Unbehagen auflädt. Die zweite Hälfte fällt dagegen etwas ab: Auf den flüchtigen Zweiminüter „Thank God I’m a Country Girl“ folgt eine Akustikgitarrenversion von „Babylon“, in der Indierockmusiker Alex G den sphärisch-reduzierten Autotune-Pop zur austauschbaren Grungeballade ausdünnt. msb

Oneohtrix Point Never • Album

Künstler: Oneohtrix Point Never
Titel: Love in the Time of Lexapro
Label: Warp Records
VÖ: 23.11.2018

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