Contemporary Music

Pale Waves

Interview Steffen Rüth

Pale Waves aus Manchester mischen Pop mit Goth – romantisieren dabei aber nur die eigene Familie.

uMagazine: Heather, euer Song „Karl“ handelt von deinem verstorbenen Großvater – wolltest du ihm ein Andenken bereiten?

Heather Baron-Gracie: Ja, „Karl“ handelt von dem Tag, an dem mein Opa gestorben ist, ich war 14. Ich wollte schon lange ein Lied über ihn schreiben, die Idee zum Song kam mir dann plötzlich in einem Taxi, auf dem Heimweg von einem Konzert.

uMagazine: Warum auf der Taxifahrt?

Heather Baron-Gracie: im Radio lief „Maggie May“ von Rod Stewart. Mein Großvater hat Rod Stewart über alles geliebt. Er sah sogar aus wie er – die Leute haben ihn deswegen auch auf der Straße angesprochen. Das hat er geliebt und sich deshalb sogar so angezogen wie Rod Stewart. Er war immer der liebenswerte Weirdo der Familie.

uMagazine: Bist du durch deinen Opa zur Musik gekommen?

Heather Baron-Gracie: Wir sind uns ziemlich ähnlich, seine Musikliebe hat mich definitiv geprägt, aber er hat halt nichts anderes gehört als Rod Stewart. Für mich ist der Musikgeschmack meiner Eltern dann doch maßgeblicher gewesen.

uMagazine: Eure Songs klingen auch eher nach einer Mischung aus Madonna und The Cure.

Heather Baron-Gracie: Ja, ich bin mit der Musik der 80er aufgewachsen und fühle mich stark zu dieser Ära hingezogen. Wir verschmelzen die 80er quasi mit dem Jetzt.

uMagazine: Wolltest du immer schon in einer Popband sein?

Heather Baron-Gracie: Ich wollte immer Musikerin sein. Deshalb habe ich ja auch in Manchester Musik studiert. Es war nur schwierig, Leute zu finden, die es so ernst damit meinen wie ich. Aber zum Glück habe ich Ciara gefunden: Wir haben im selben Wohnheim gelebt und uns über die Musik angefreundet, bevor wir uns entschieden haben, Pale Waves zu gründen.

uMagazine: Und dann habt ihr euch Charlie und Hugo als Mitstreiter gesucht. Wolltet ihr keine reine Mädchenband sein?

Heather Baron-Gracie: Wir wussten, dass wir ein Quartett sein wollten. Das Geschlecht der anderen war uns egal, wir haben die Entscheidung anhand der Menschen getroffen.

uMagazine: Und es gibt keine Romanzen innerhalb der Band?

Heather Baron-Gracie: Nein, wir lieben uns, aber keiner hat was mit keinem. Das könnte sonst gefährlich werden (lacht).

Tour + Tickets Eventim

Pale Waves • Album

Künstler: Pale Waves
Titel: My Mind makes Noises
Label: Caroline
VÖ: 14.09.2018

Leseempfehlungen

Julia Holter: „Eigentlich bin ich nur ein Messie.“

Matt Simons: Matt Simons