Plaid: Polymere

Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet. Dieses Mal geht es um „Polymer“ von Plaid.

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Michael, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen … dieses Mal geht es um Plaids „Polymer“:

PLAID

Polymer

Jonah: Das ist wohl die Platte, die mich am meisten irritiert hat. Ich habe immer noch nicht das Gefühl, mit „Polymer“ fertig zu sein – und das ist wohl das größte Lob, das man einem Album machen kann. Ich melde mich in drei Wochen nochmal.

Carsten: Natürlich weiß ich von dem britischen IDM-Duo, aber während ich etwa Aphex Twin mitverfolgt habe, bin ich bei Plaid nie eingestiegen. Das ist jetzt schon ihr zehntes Album – und wie sie trotz abenteuerlicher Beatspielereien so melodisch sein können, ist unfassbar gut. Zu „Dancers“ habe ich schon meine Choreo, trotzdem brauche ich auch noch drei Wochen.

Mitja: Steige auch erst dank Plattenchat ins Œuvre von Plaid ein und wäre live sicher zugetan von dieser Performanceelektronik. Daheim lege ich aber nur für wenige Songs das Käsemesser beiseite. Einen Anlass dazu, sich mit der nun bereits 30-jährigen Warp-Historie auseinanderzusetzen, liefern Plaid aber allemal.

Michael: Ziemlich konkurrenzlos meine Schönheit dieser Chatrunde, und wohl auch die Platte, die ich in Zukunft für einen Einstieg ins Plaid-Œuvre empfehlen würde. Anders als etwa beim späten Aphex Twin gibt es hier in der Tat lichte, melodische Ankerpunkte, etwa wenn Plaid das Grundthema von „The pale Moth“ mal tastend, mal nervös zuckend, mal energisch stampfend variieren.

„Polymer“ könnt ihr hier auf Amazon bestellen.

MITJA STEFFENS

wirft inspiriert von The Divine Comedy die Idee einer Verlags-Webserie in den Raum, schreibt Carsten die Hauptrolle als Weißer-Schoko-Suchti zu und hofft statt TDC aber auf Faye Webster als Soundtrack.

MICHAEL S. BENDIX

wäre mit Plaid als einziger Chat-Lieblingsplatte wohl nicht der geeignetste Music Supervisor für das Webserienprojekt – oder halt nur für die eher surrealen Momente, an denen es, seien wir ehrlich, eigentlich auch nicht mangelt.

CARSTEN SCHRADER

nimmt die Hauptrolle nur an, weil er sich nach dem angekündigten Rücktritt der Lochis um all die gebrochenen Herzen sorgt. Und für Faye Webster würde er auch im Hawaiihemd und sogar mit Fransenlederjacke in der Webserie auftreten.

GASTHÖRER

JONAH LARA

hat uns als neuer Superpraktikant gleich vom ersten Tag an mit seinem Fachwissen über Sunn O))) und Alt-Country beeindruckt. Weil er die Texte zu unserer Festivalbeilage so schnell fertig hatte, war auch noch Zeit für ein fachkundiges Debüt beim Plattenchat. Trotzdem haben wir einen bösen Verdacht: Schreibt er womöglich auch noch nebenbei ein Drehbuch über eine komplett nerdige Musikredaktion?

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