Ryd

Langweilig? Ist vielleicht der Werdegang von Ryd, seine Musik hingegen hat es in sich!

So richtig spektakulär ist das alles nicht: Gegen den Klarinettenunterricht begehrte der Londoner Ryan Downie mit dem Griff zur Gitarre und einer Vorliebe für Hardrockbands auf. Kurz darauf folgte 90er-R’n’B à la Timbaland, The Neptunes und Missy Elliot, und schließlich war es Justin Vernon alias Bon Iver, der den 23-Jährigen zum Falsettgesang und einem Dasein als Schlafzimmerproduzenten inspirierte. Als Ryd thematisiert Downie unglückliches Verliebtsein, erste schmerzhafte Trennungen und die überall lauernden Selbstzweifel. „I was falling over head over heels to make you feel like this was real but then everytime I shared my thoughts you’d make me feel like it was wrong“, singt er in „Could’ve been“, und immer wieder ist es dieses Internet, das seinen Schmerz vergrößert und exponiert – doch anders als viele deutsche Pop-Songwriter bauscht er einen alternativen Umgang mit der digitalen Welt nicht zur Pseudokritik auf, sondern bezieht die Gegebenheiten einfach in die emotionale Selbstfindung mit ein. Songs wie „Work it out“ und „Plans“ sind so gut, dass man Downie in seinen unspektakulären Alltag folgt und mitleidet. Vor allem aber freut man sich, beim besten Song des Debütalbums auch einen schönen Moment mit ihm zu teilen: In „I see U“ begegnet Downie jemanden, der ihn versteht und nachvollziehen kann, was er durchgemacht hat.

Ryd • Album

Künstler: Ryd
Titel: Ryd
Label: 37 Adventures
VÖ: 18.01.2019

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