Blood Siren

Jazzig, wuchtig, düster: Sarah McCoy ist Chilly Gonzales‘ neue Liebe …

Ist es das Klacken der Klavierpedale und das Quietschen des Stuhls, was da gleich zu Beginn von „Blood Siren“ zu hören ist? Sarah McCoy lässt gern im Ungewissen, das gehört zum Image der blutigen Sirene mit ihren seltsamen Voodoo-Zutaten: Vogelflattern, elektronisches Sirren, kaum wahrnehmbare Celli. „Blood Siren“ ist das eigentliche Debüt-Album einer 33-jährigen Muskerin, die ihr ganzes Leben lang unterwegs war. McCoy war Hobo in Kalifornien und Straßenmusikerin in New Orleans, bevor sie es in Paris ins Vorprogramm von Chilly Gonzales schaffte. Der war begeistert von dieser Stimme, die zu gleichen Teilen an Nina Simone, Cat Power und Janis Joplin geschult sein könnte. Gonzales produzierte „Blood Siren“ und spielte Synthesizer dazu ein, das alles ganz sachte. Denn nichts darf hier ablenken vom einmaligen Organ dieser Dreadlock- und Tattoo-dekorierten Frau und ihrem schwermütigen Klavierspiel. Nur zum Schluss gibt es in „Show’s over“ eine gewisse Leichtigkeit. So bleibt „Blood Siren“ eine beeindruckend düstere Platte. jp

 

Sarah McCoy • Album

Künstler: Sarah McCoy
Titel: Blood Siren
Label: Blue Note
VÖ: 25.01.2019

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