Groove denied

Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet, diesmal über Stephen Malkmus …

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Carsten, Michael und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen …

STEPHEN MALKMUS

Groove denied

 

Maze: Ein wunderbares Album. „Come get me“ klingt wie in einer Blechmülltonne aufgenommen. Das gefällt mir sehr. „Rushing the Acid Frat“ und „Love the Door“ klingen wie aus den 60ern, und Stephen Malkmus hat einfach was drüber gesungen. „Bossviscerate“ ist ein typischer, großartiger Stephen-Malkmus-Song.

Michael: Indierecke macht Synthmusik, wie sie noch vor seiner aktiven Zeit als Pavement-Frontmann geklungen hat. Er mag Adam And The Ants oder die frühen New Order, zwischendurch streut er auch mal, brr, Beatles-Referenzen ein – dass gerade ein Stilmittel namens Autotune schwer im Kommen ist, wird indes trotzdem nicht verleugnet. Das ist wirklich nicht alles schlecht, aber so rückwärtsgewandt, dass der Retroverächter in mir zur Gesichtspalme ansetzt.

Mitja: Abgefahren vielfältige Platte! Als würde Malkmus den ganzen Tag in einem Becken voller Ideen poolen. Zwar macht er mit dem sperrigen Introtrack „Belziger Faceplant“ den Einstieg nicht leicht, aber nach den ganzen elektronischen Spielereien bringt Malkmus doch wieder schöne, verspielte Indiemelodien mit.

Carsten: Wenn Malkmus nicht gniedelt, ist er super. Hier gelingt es ihm, seine unverwechselbaren Schräglagen in einen Sound zu übertragen, der mir eh sehr am Herzen liegt.

 

Stephen Malkmus • Album

Künstler: Stephen Malkmus
Titel: Groove denied
Label: Domino
VÖ: 15.03.2019

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