The Unseen in Between

Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet, diesmal über Steve Gunn …

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Carsten,  Michael und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen …

Steve Gunn

The Unseen in Between

Jule: Der perfekte Soundtrack für einen entspannten Roadtrip. Allerdings ist er mit traurigen Flashbacks durchsetzt, die Steve Gunn sehr aufrichtig und poetisch integriert. Komme ich gut mit klar, auch wenn es nichts ist, was man noch nie gehört hat.

Michael: Ich fahre ja so wahnsinnig gern Auto, aber bei diesem Roadtrip würde ich auf das Lenkrad verzichten, aus Angst, in den Sekundenschlaf zu verfallen. Zugegeben: Mit den Texten habe ich mich nicht weiter beschäftigt, aber es ist mir ohnehin noch nie gelungen, mir Musik ausschließlich über Lyrics zu erschließen – und die klingt halt genau nach der klischeehaften Singer/Songwriter-Langeweile, die schon das Cover verspricht. Wenn Gunn einen Lyrikband veröffentlicht, dann les ich mal rein!

Mitja: Finde ich gar nicht so langweilig, sondern eher zeitlos. Der entspannte Songwriterstyle nimmt einem etwas von der Alltagshektik und umgeht dabei galant die Gefahr, zu sehr dem Country zu verfallen. Dem kann ich lange zuhören, ohne dass es nervt. Steigst du auch ein, Carsten?

Carsten: Bin bei meiner Folk-Apathie selbst überrascht, aber ein Stück weit fahre ich mit euch und dem früheren Mitglied aus Kurt Viles Band: Mich berühren tatsächlich seine Texte über das Vatersterben, und auch das Meg-Braid-Duett „Vagabond“ mag ich.

MICHAEL S. BENDIX

hat wie immer keine Neujahrsvorsätze und eventuelle Roadtrippläne dank Steve Gunn auch vorläufig begraben. Dafür freut er sich auf sein verlängertes Berlin-Wochenende.

MITJA STEFFENS

denkt dank des Chats über den nächsten Roadtrip nach, um den Neujahrsvorsatz verwirklichen zu können, endlich Wellenreiten zu gehen. Passende Begleitmusik wäre mit Steve Gunn ja bereits gefunden.

CARSTEN SCHRADER

hat sich nun doch nicht nach Estland verheiraten lassen, um ganzjährig ins Glühweingeschäft einzusteigen. Alternative Angebote, Flugtickets und sonstige Zuneigungsbekundungen bitte per Post an die Redaktionsadresse im Impressum.

Foto: Elisabeth Graf Gatterburg

GASTHÖRERIN

JULIANE ADOMAT

verstärkt seit einem halben Jahr unser Grafikteam und hat uns bei der letzten Verlagsfeier als Wächterin über die Playlist schwer beeindruckt, weil sie die Musikwünsche der älteren Kollegen gnadenlos abgeschmettert hat. Leider konnten wir auch mit unseren Januarplatten nicht wirklich bei ihr landen.

Steve Gunn • Album

Künstler: Steve Gunn
Titel: The Unseen in Between
Label: Matador
VÖ: 18.01.2019

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