Jade Bird: Beatlos glücklich

Interview Steffen Rüth

Eine leichte Kindheit geht anders: Die 21-jährige Songwriterin musste ihren Techno-Eltern erst mal zeigen, was gute Musik ist.

kulturnews: Jade, deine Lieder klingen stark nach amerikanischen Folkpop-Liedermacherinnen wie Carole King oder Sheryl Crow. Der Einfluss deiner Eltern?

Jade Bird: Nein, der gute Einfluss meines eigenen Geschmacks! Ich finde es richtig, dass sich Kinder von den musikalischen Vorlieben ihrer Eltern abnabeln. Meine sind richtige Rave-Kids, die immer nur Techno gehört haben. Furchtbar. Ich bin lieber selbst auf Entdeckungsreise gegangen und habe Neil Young, Joni Mitchell und Bob Dylan gefunden, später dann traurige, gebrochene Songwriterseelen wie Elliott Smith und Jeff Buckley.

kulturnews: Beide leben nicht mehr.

Bird: Ja, doch die Verzweiflung und diese fast unerträgliche Intensität in ihren Liedern, die bleiben für immer bestehen. Solch einen Weg in den Abgrund würde ich aber nicht gehen wollen. Elton John oder Carole King beweisen, dass man keine tragische Figur sein muss, um tolle Lieder zu schreiben.

kulturnews: In Stücken wie „Love has all been done before“ und „Lottery“, das von einem Exfreund handelt, zeichnest du ein, nun ja, etwas unvorteilhaftes Bild von Männern.

Bird: Schon, aber viele Jungs sind nun einmal Idioten. Ich bin mit Männern aufgewachsen, die sich aus dem Staub gemacht haben. Meine Mutter und meine Oma hatten echt viel Pech mit den Kerlen. Seit einiger Zeit bin ich jedoch in einer wirklich schönen Beziehung, die Hälfte der Songs auf meinem Album habe ich verliebt geschrieben. Ich dachte immer, mir fällt nichts ein, wenn es mir gut geht. Tut es aber doch.

Jade Bird • Album

Künstler: Jade Bird
Titel: Jade Bird
Label:
VÖ: 19.04.2019

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