Indie Ferne

Das Hamburger Label DevilDuck wird 15 Jahre. Zum Geburtstag gibt es Bands auf Tour und ein Herz für Anachronismus.

Das Gute liegt so nah – ein bequemes Motto, das sich das Hamburger Label DevilDuck nicht auf die Fahnen schreiben lässt. Lieber sucht Labelchef Jörg Tresp in den entferntesten Winkeln der Welt nach neuen Bands. Bestes Beispiel: The Dead South. Als Tresp das Quartett vor ein paar Jahren in Kanada entdeckt hat, standen die vier Musiker ohne Label, Management oder Konzertveranstalter da. Heute sind die sympathischen Bluegrassfolker das beste Pferd in Tresps Entenstall. „Mir geht es vor allem darum, Nischenkünstler und -bands zu finden und diese zu entwickeln und im besten Fall mal leicht aus der Nische heraus zu schauen“, sagt der Hamburger, der zuvor für den Bereich Rock/Alternative bei Warner Music zuständig war. Mit Künstlern wie R.E.M., Green Day oder Alanis Morissette zusammenzuarbeiten, sei toll gewesen, betont Tresp, aber weil sein Herz nun mal daran hing, eigene Künstler zu entdecken und aufzubauen, gründet er vor 15 Jahren DevilDuck Records. Dabei spielt für ihn nicht nur das Herz, sondern vor allem der Bauch die Entscheiderrolle: „DevilDuck ist ein bewusst anachronistisch geführtes Label“, sagt Tresp, „mich interessiert beim Entdecken einzig und alleine mein Bauchgefühl und nicht, ob es da einen vermeintlichen Markt gibt. Auch irgendwelche Klick-, Freunde- oder Was-auch-immer-für-Zahlen spielen für mich keine Rolle.“ Ein Motiv, das sich für die großen Plattenfirmen schon lange nicht mehr rechnen lässt.

Eigenständigkeit und Zeitlosigkeit geben Tresp ein gutes Bauchgefühl. Deshalb schielt er gerne über den Atlantik, um neue Bands in den USA oder in Kanada zu entdecken. Dort etablierte Genres wie Countryrock, Bluegrass und Folk finden dank DevilDuck zunehmend auch hier ihr Publikum: Auf den About-Soungs-Tourneen präsentieren sich Labelbands, auf den dazugehörigen Youngblood-Abenden der Newcomernachwuchs.

Im Februar schickt DevilDuck die kanadischen Folker Gunner & Smith, den österreichischen Songwriter Onk Lou sowie die schwedischen Lo-Fi-Indierocker Barbarisms alias Nick Farao und Band auf die Bühne. Letztere sind der Ersatz für PR Newman, der erst gelistet war. Und im Mai wird dann noch mal richtig auf die Jubiläumspauke gehauen: 15 Jahre DevilDuck mit Bauch, Herz und guter Musik.

Alle Termine der „About Songs Youngsblood“-Tour bei DevilDuck

 

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